Gartentagebuch: Jeden Monat neu !

August 2018

Der Buchszünsler ist wieder einmal Thema.  Seit  Tagen fliegt er aus, um sich zu vermehren. Im eigenen Garten schwärmten diese Falter in solch großer Zahl, dass ich mehrere  Pheromon -Fallen in der Nähe der Buchse aufgehängt habe. In diesen Fallen befindet sich ein Sexual-Lockstoff, der die Männchen in die Falle lockt, die Weibchen sollen unbegattet bleiben, keine Eier ablegen. Sicherlich werden es einige geschafft haben, bis die Fallen installiert waren. In ca. zwei Wochen werden die Raupen schlüpfen,  dann wird gespritzt. Die Spritzmittel wirken nur gegen Raupen, man kann nicht vorsorglich sprühen. Die Mittel soll man nach sechs Anwendungen ändern, der Zünsler wird sonst resistent. Die Falter sehen hübsch aus, aber zu Hunderten möchte ich sie nicht im Garten haben. Jeden Tag gehen ca. 30-40 Tiere in die Fallen, vier Fallen hängen, also eine ganze Menge Schädlinge, die dort sterben. Der Falter schwärmt erst nach Einbruch der Dämmerung aus, fliegt bis in die tiefe Nacht.  Der Zünsler ist etwas kleiner als ein Kohlweißling, ist durch seinen dunklen Rand gut zu erkennen. Und zu meiner Beruhigung sind bisher keine anderen Falter in die Falle gegangen.

 

Nun zu erfreulicheren Dingen: Jetzt wird der Gartenmensch oft mit der Schere in den Garten gehen. Immer ist etwas Verblühtes, Abgeknicktes oder Wucherndes zu entfernen. Schneidet man von der Sonnenbraut oder Rudbeckia die verwelkten Blütenköpfe regelmäßig ab, fördert das die Neubildung von Knospen.  Tränendes Herz, die meisten Pfingstrosen und auch die Dreimasterblume,  abgeblühter Zierlauch, das alles wird gekürzt.

Häufiges Wässern hat zur Folge, dass die Mineralien aus dem Boden ausgewaschen werden, vor allem in Gärten mit  Sandböden. Brandenburg und Berlin sind damit ja reichlich gesegnet. Zur Erinnerung : Ein paar Hände voll Steinmehl und Hornmehl ausstreuen und ein wenig einarbeiten, das tut den Pflanzen gut; wer es ganz gut machen möchte, verstreut auch ein wenig Bentonit oder anderen Sandbodenverbesserer.

Und: Auch Thujahecken und Eiben brauchen in dieser langen Trockenperiode Wasser. Einmal in der Woche eine halbe Stunde den Schlauch unter die Immergrünen legen und dann: Wasser marsch.  Immer nach dem Prinzip, was im Garten wächst wird geliebt und betreut.

Rasen mähen hat jetzt  Pause. Wer mäht, sollte die Schnitthöhe ziemlich hoch einstellen, damit der Rasen sich selbst beschatten kann, nicht ausbrennt. Je länger er wachsen darf, desto besser kommt er durch die Hitze.  Im September dann ist die letzte Rasendüngung für diese Jahr fällig.

Aber bis dahin strahlt uns noch der Sommer. Es blüht und üppt in Form und Farben.  Wie im Süden kann man seinen Garten bis tief in die Nacht genießen. Der Phlox duftet, sogar die Rudbeckien verströmen einen feinen, angenehmen Duft, er weht bis an die Terrasse.

Zum Einstimmen kann man schon mal in die Zwiebel-Kataloge schauen und für das Frühjahr vorplanen. Hier einer der wirklich guten Lieferanten in Berlin, der auch bundesweit verschickt. https://www.albrechthoch-shop.de/

 

Juli 2018

Hosta „Sum and Substance“

Nun sind wir schon im Juli angekommen. Immer noch hält die nahezu regenlose Schönwetterperiode an, es soll zumindest bis in die erste Juliwoche hinein so bleiben. Das stellt die Gartenmenschen vor große Herausforderung, zumal die Schulferien vor der Tür stehen. Enweder man findet einen freundlichen Nachbarn der neben seinem eigenen  Garten auch noch den Garten der Urlauber betreut.  Allen anderen bleibt die Installation einer Beregnungsanlage. Wer das allerdings noch nicht geschafft hat, vor den Ferien ist sicher nichts mehr zu machen. Je nach Grundstücksgröße, Aufwand und System dauert so eine Planung und Insatallation doch einige  Wochen.

Was kann man tun? Gehölze, Sträucher, Beerenobst und Baumscheiben mit gutem Rindenmulch abdecken. Vor- und auch nachher gut wässern, dann bleibt die Feuchtigkeit schon mal eine geraume Zeit im Boden. Staudenbeete evtl. leicht mit Grasabschnitt mulchen, aber wirklich nur dünn, damit die Sonne die Gräser dörren kann, liegt der Rasenabschnitt zu dick, dann verhindert er das Eindringen von Regen ( wenn er dann mal kommt) und wirkt dann genau falsch. Ist das Grundstück sehr sonnig, dann hilft nur eines: Jemand finden, der enweder den Wasserhahn aufdreht und ggf. die Sprenger umstellt, oder man überlässt sich den Garten selbst in der Hoffnung, dass die Stauden doch überstehen oder es endlich regnet. Man kann davon ausgehen, dass die Pflanzen ziemlich robust sind. Leiden wird die Blüte und die Schönheit der Stauden und Pflanzen. Unter Umständen kann man nach der Rückkehr schon einen Schrecken bekommen. Aber wer weiß, vielleicht ist die Schönwetter -Zeit bald vorbei und niemand muss sich  mehr Sorgen um das Wasser machen, eher um Nacktschnecken.

Kleine Hacke, große Wirkung

Aber soweit sind wir noch nicht. Gießt man viel, muss man Nährstoffe zuführen. Das habe ich im Juni schon geschrieben. Wichtig ist auch, die Erde immer wieder man zu lockern, zu hacken. Fährt man mit der Hacke durch den Boden, zerstört man die Fließkanäle des Wassers, über die das wertvolle Gießwasser auch wieder verdunstet. Das verhindert man durch leichtes Lockern. Hilfreich im dicht bepflanzten Staudenbeet sind kleine Hacken. Entweder ein schmales Blatt, oder ein Doppelblatt mit Zinken und Herzblatt. So kommt man auch zwischen die Pflanzen und kann ein wenig hilfreich sein. Natürlich muss man aufpassen: Schnell ist beim Umdrehen oder Bücken eine schöne Knospe abgebrochen, oder man hackt aus Versehen einen Teil der Staude aus. Trotzdem, wer sich die Arbeit macht ( kann ja jeden Tag ein Stückchen sein), der kann sehen, dass die Pflanze das Gießwasser effizienter nutzen kann. Es geht ihr besser.

Überhaupt: Man muss gut hinsehen. Liegen die Blätter der Hosta zum Beispiel, auf dem Boden, dann haben sie zu wenig Wasser. Da hilft dann auch kein Sprenger, sondern Spritzen und Brausen mit weichem Strahl, noch besser verlängert mit einem Gießstab, die das köstliche Nass dann direkt in den Wurzelbereich lenken. Ein Gießstab verhindert unnötige Schritte im dicht bepflanzten Beet und auch das Überbrausen der Blätter, was auch nicht für alle Pflanzen gut ist. Vor allem nicht, wenn Sie mit Brunnenwasser gießen, was viel günstiger ist, aber den Nachteil hat, dass das eisenhaltige Wasser auf manchen Pflanzen unschöne Spuren hinterlässt. Alle wolligen, graulaubigen Pflanzen sehen mit den braunen Schlieren nicht so gut aus. Aber auch für die anderen ist es viel effektiver im Wurzelbereich zu wässern. Wasser ist schwer und drückt die Pflanzen oft zu Boden, all das vermeidet man durch liebevolle Handarbeit. Man muss es so sehen: Wer den ganzen, schönen Tag im klimatisierten Büro sitzt, kann es durchaus genießen, nach Hause zu kommen, sich umzuziehen und den Garten zu wässern. Irgendwie wird man selbst auch immer ein wenig nass, sei es dass man einen Sprenger übersehen hat, oder ein Schlauch abplatzt- das ist erfrischend und fröhlich. Die Luft ist dann nicht mehr so heiß, man sieht wie es den lieben Pflanzen geht, sieht wie sie  blühen und wie dankbar sie für das Wasser sind. Das gilt auch für kleine Vogeltränken, die man in jedem Garten aufstellen sollte. Nicht direkt vor das Gebüsch, damit die Katze nicht ungesehen lauern kann. Ein wenig freie Fläche, die sie überwinden muss, dann sind die Vögel schnell weg und kommen wieder, wenn die Luft rein ist. Man glaubt nicht, wer alles zum Trinken kommt: Eichhörnchen, Katzen, Marder, Fuchs und Wespen, von den Nachtschwärmern mal abgesehen. Die Vögel baden auch mit großen Vergnügen, das wir ihnen gerne gönnen.

Seit etwa zweieinhalb Wochen blühen die großen Taglilien. Jeden Morgen gehe ich hinaus und knipse die abgeblühten ab, freue mich an den frisch erblühten. Über meine große Freude, meine Berlin Oxblood „wiedergefunden“ zu haben, berichtete ich schon. Im vergangen Jahr wollte sie wohl noch nicht blühen, sie war zu frisch umgezogen. Jetzt erfreut sie mich umso intensiver. In meiner Sorge, keine rote Taglilie mehr zu haben, bestellte ich eine Neue. Auch diese blüht, hat vor zwei Tagen erst begonnen, ungefähr gleichzeitig wie die sogenannte „Bahnwärter-Taglilie“. Diese Gelbrote Taglilie, auch Braunrote Taglilie oder Bahnwärter-Taglilie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Taglilien. Weitverbreitet und in vielen Gärten der Umgebung zu finden,  stammt sie doch ursprünglich aus Ostasien und ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt. Das ändert nichts an ihrer Beliebtheit. Die Blüte ist eher einfach und mittelgroß, aber ihre Wüchsigkeit und ihre Pflanzenhöhe beeindruckt vor allem in der Gruppe. Taglilien sind ein so umfangreiches Thema, verschiedene Staudengärtnereien wie die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin und die Staudengärtnerei Gaißmayer führen ein excellentes Sortiment. Sie machen sich die Mühe aus den vielen Neuzüchtungen die für unser Klima passenden Pflanzen auszusuchen, weiter zu züchten und anzubieten. Es lohnt sich in den Staudenkatalogen zu schmöckern.  Mein Neuzugang, wie ich auch schon erwähnte, ist die Hemerocallis „Frans Hals“ Eine so fröhliche, zweifarbige Blüte, die im Pflanzjahr schon mehr als 5 Blüten hervorgebracht hat. Zusammen mit meinen anderen Taglilien-Freunden beleben und schmücken sie gerade den Sommergarten, immer mit genügend Wasser versorgt.

Juni 2018

In Berlin und Umgebung meint es die Sonne sehr gut mit uns. Für die Pflanzen im Garten ist die anhaltende Trockenheit aber ein Stressfaktor. Regelmäßiges Gießen ist unerläßlich, wenn man seine Lieblinge behalten möchte. Hortensien brauchen zusätzliche Wassergaben in den Wurzelbereich, da reicht ein Sprenger, der vielleicht 15 min. betätigt wird, nicht aus. Zwei Gießkannen Wasser ( 10 l) in den Wurzelbereich schütten, das verhindert Trockenschäden. Rosen sollten morgens gegossen werden, da geht man bei mittelgroßen Strauchrosen ( ca. 1,50 m) von einem täglichen Wasserbedarf von 10 l aus. Befüllt man eine Kanne mit Wasser, dauert das mindestens 2 min, bis sie voll ist, so lange sollte man mit dem weichen Strahl der Handbrause den Wurzelbereich jeder einzelnen Rose wässern. Dabei ist möglichst ein Befeuchten der Blätter zu vermeiden. Morgens trocknen die Blätter allerdings rasch ab, so dass die Gefahr von Mehltau nicht verstärkt wird.  Wer immer mal wieder den Boden um die Pflanzen lockert, sorgt dafür, dass das Wasser besser eindringt und der Boden nicht verdichtet wird. Rosen blühen besser nach, putzt man die verwelkten Blüten immer wieder aus. Das bedeutet etwas Arbeit, aber macht auch große Freude. Man ist ganz nah bei seinen Lieblingen, schnuppert den Duft der Rosen, sieht ob sie mit Läusen zu kämpfen haben, oder ob sie fleißig neue Knospen ansetzen.

Viele Pflanzen haben durch das häufige Wässern einen erhöhten Nährstoffbedarf, weil die Mineralien ausgeschwemmt werden. Da helfen vor allem Jauchen. Wer Platz im Garten hat, sollte eine Ecke für zwei Beinwell-           (Comfrey) Pflanzen und eine Gruppe Brennnesseln reservieren. Hinter dem Kompost oder in einer nicht sichtbaren Gehölzhecke. Brennnesseln wachsen zwar auch draußen, aber es ist bequemer sie im eigenen Garten zu haben, rasch eine Jauche ansetzen zu können.

Wie wird es gemacht? Beinwell-oder Brennnesselblätter ernten, in ca. 15 cm lange Stücke schneiden, einen Eimer zur Hälfte damit bestücken, dann mit Wasser auffüllen. In die pralle Sonne stellen, ab und zu umrühren. Bei diesen Temperaturen dauert es nicht lange und die Brühe schäumt und riecht. Dann streue ich ein paar Hände voll Steinmehl darauf, da bindet den Geruch etwas. Meist ist die Brühe zwei Tage später schon fertig, d. h. sie schäumt nicht mehr.

Jetzt wird sie ca. 1:10 verdünnt und abends in den Wurzelbereich der Pflanzen gegossen. Der Geruch ist bis zum Morgen meist verflogen. Wenn möglich, gießt man kurz vor einem Regenschauer, dann gibt es mit Gerüchen keine Probleme. Es riecht wirklich nur kurzeitig, keine Sorge. Die Wirkung ist immer gut. Die Pflanzen werden kräftiger, die Blätter grüner, das Beste daran ist: Mit Jauche kann man, wie mit Kompost, nichts falsch machen. Diese feinstoffliche Versorgung brauchen einfach alle Pflanzen, wie gesagt, besonders in Perioden großer Hitze und häufigem Wässern.

Die anhaltende Wärme verfrüht die Blühzeit einiger Pflanzen. Dagegen kann man nichts tun, nur sich darüber freuen. So blühen die letzten Pfingstrosen gerade ab, Fackellilien, Dreimasterblume, Staudensonnenblume und Taglilien legen nun los.http://

Mai 2018

Ein kleines technisches Problem hat meinen Monatsbeitrag verzögert. Nun hier ein Überblick, was im Mai wichtig ist. Der Wonnemonat hat es mit Berlin gut gemeint, überwiegend wurden wir mit mit heiteren Tagen verwöhnt. Das ist für die Blüte der Iris genau das Richtige. Sie blühen wunderbar, kein Regen hat sie bisher zerschlagen. Erst, Anfang des Monats leuchteten die blauen Iris Sibirica, dann öffneten sich die Bartiris, die an verzweigten Stielen seit zwei Wochen nacheinander blühen. Jetzt beginnen auch die ersten Steppeniris mit der Blüte. Dieses wunderbare Blütenkonzert und macht große Freude. Wer im Garten oder am Terrassenrand einen warmen, sonnigen Platz mit leichtem Boden zur Verfügung hat, sollte sich für hohe Bartiris entscheiden. Für feuchtere, lichtschattige Plätze eignen sich Iris Sibirica-Hybriden.  Sie zeichnen sich durch besonders schmales, fast grasartiges Laub und kleinere Blüten aus.

Iris sibirica

Meine hohe Bartiris „Mary France“ ist mit mir umgezogen und blüht und duftet herrlich. In Gesellschaft mit Proud Tradition wirken sie unglaublich schön.

Hohe Bartiris Gruppe : Proud Tradition und Mary France

In zwei, drei Wochen sind alle Iris-Sorten abgeblüht, dann sollte man umgehend den Stängel an der Basis abdrehen oder abschneiden. Damit regt man die Blühfähigkeit für das nächste Jahr an. Und zum Notieren fürs nächste Frühjahr: Ende März, Anfang April, es geht auch noch bis Ende, sollte man die Iris düngen. Am besten dafür geeignet sind spezielle Iris Dünger, die von Züchtern wie Gräfin von Zeppelin in Sulzburg ( Baden)  oder in Berlin die Firma Hoch in Zehlendorf anbietet. Diese Dünger enthalten eine Mineralienkomposition, die den Pflanzen besonders gut tut, sie stärkt. Kräftige Pflanzen blühen länger und haben größere Blüten.

 

 

 

 

 

Aus  dem Garten meiner Mutter habe ich vor vielen Jahren eine kleine Iris mitgenommen. Hier am neuen Platz mit viel mehr Sonne blüht nun ‚Kupferhammer‘ überreich, eine Gartennachbarin konnte ich bereits mit überzähligen Pflanzen erfreuen. Diese Iris wurde 1930 von Arends gezüchtet, ist nach wie vor im Handel (Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin) und das zurecht. Eine wüchsige, robuste, mittelgroße  Iris, die viel Freude macht.

Kupferhammer
Iris Kupferhammer Gruppe

Neben den Iris blühen im Garten noch viele andere Lieblinge. Allen voran die verschiedenen Pfingstrosen. Eine Hybride aus einer Paeonia lactiflora und einer unbekannten Strauchpäonien Hybride. Seit 1986 im Handel wurde ihr 2006 die Goldmedaille zuerkannt.  Seit April lebt eine dieser schönen Pflanzen bei mir im Garten. Und zu meiner wirklich großen Überraschung blüht sie schon. Ich vermute, sie macht im kommenden Jahr ihre Pause, weil Pfingstrosen nun mal nicht gerne umziehen. Jetzt aber freue ich mich an bisher drei großen, gelben Blüten, die eine enorme Fernwirkung erzeugen. Ein feiner Duft macht diese Blüte perfekt.

Paeonia Hybride ‚Bartzella‘

Rasberry Sundae

Auch die Bauernpfingstrosen, die vor zwei Jahren umgezogen sind, blühen nun in voller Pracht. Rasberry sundae- Himbeereisbecher, macht, finde ich ihrem Namen alle Ehre. Jeden Morgen gehe ich hinaus und mache neue Fotos, die Faszination ist ungebrochen.

 

Nicht nur diese prächtigen Pflanzen blühen: Auch Diptam, Wiesenraute, Azaleen, die ersten Taglilien (Citrona), Katzenminze, Nachviole, Storchschnabel, Frauenmantel, Akeleien, Duftnelken und tränendes Herz schmücken die Beete. Unbedingt muss hier auch der türkische Mohn gezeigt werden. Nach zwei Jahren Pause zeigt er nun endlich seine herrlichen Blüten. Sein kräftiges Rot streitet ein wenig mit den Blautönen der Iris, aber offensichtlich behagt ihm dieser sehr sonnige Platz, er darf dort bleiben. Als Beruhigung werde ich eine weiße Nachtviole oder zartgrünen Frauenmantel dazwischen pflanzen, dann geht das gut. Auch im übrigen Garten kommt hier und da ein kräftiges Rot zum Vorschein, wie das der roten, sehr alten Strauchrose, die an die Carport-Wand umgezogen ist, dort gut gedeiht und dunkelrot blüht.  Schließlich sollen sich die Pflanzen wohl fühlen sowohl die vorhandenen, wie die dazu gezogenen. Harmonisch soll es sein, nicht gestylt. Oft kommen die besten Ideen durch Zufall in den Garten. 

Türkischer Mohn

 

 

 

 

Wenn ich neben Fotografieren Schreiben noch Zeit erübrigen kann, dann zupfe ich Unkraut, stäbe  Pflanzen an, schneide Verblühtes ab. Gut ist auch, immer wieder mal mit der kleinen Hacke zwischen die Stauden zu gehen, den Boden zu lockern, damit er nicht so rasch austrocknet, bzw. das Gießwasser besser aufnimmt.

Ergänzend zu dieser Website möchte ich meine Gartenseite auf facebook empfehlen. Unter Gartenhaus oder Ingrids Gartenhaus findet man mich.

 

April 2018

Für alle, die nicht auf facebook sind, oder lieber hier lesen, erfahren hier, was im Frühjahr im Garten zu tun ist, was ich im Garten erledige.

Zuerst die schönen Seiten des Frühlings: Endlich sind die Temperaturen gestiegen und ein schöner Regen belebt die Gärten Berlins. Man kann förmlich zusehen, wie die Stauden austreiben, sich kräfig aus der Erde schieben. Jetzt kann man beginnen die kleinen Unkräuter oder Wildkräuter zu entfernen, Hosta, Astern,  Frauenmäntel zeigen ihre Triebspitzen , Auch die Triebe des Zierlauches und der Lilien schieben sich aus der Erde. Trotzdem ist bei dem Betreten des Beetes Vorsicht geboten: Manche Austriebe sind noch klein und unscheinbar, ein falscher Auftritt zerstört zwar nicht die Pflanze, verzögert aber den Austrieb, wer will das schon. In diesen frühen Zeiten lasse ich niemand ins Beet. Ich selbst nutze oft mein Kniebänkchen, weil es 8 cm über der Erde bleibt, also die frischen Triebe schont. Eine sehr praktische Erfindung, die einmal angeschafft, gute Dienste leistet. Auch umgedreht als Sitzbank.

Vor einigen Tagen habe ich ziemlich ängstlich nach den Austrieben der großen Hosta Sum and Substance gesucht. Obwohl ich gefühlt 10 cm tief die Erde untersucht habe, fand ich nichts. Enttäuscht und sorgenvoll ließ ich es sein. Gestern unternahm ich einen zweiten Versuch, nachdem ich auf Fotos vom vorigen Jahr den genauen Standort  lokalisiert hatte. Und ja:  Ich habe die ersten lila-blauen Spitzen fühlen können. Schnell wieder Erde darüber, damit alles so abläuft, wie die Natur es plant. An anderer Stelle fand ich bei genauem Hinsehen dann doch auch die kleinen, spitzen Hütchen von June.

Welche Freude! Meine Sorgen, dass sie den ersten Winter späten, kalten Winter nach dem Umzug nicht überstanden hätten, war weggeblasen.  

Und: Endlich wächst hier in meinem neuen Garten wieder eine kleine Mirabelle. Sie ist fünf Jahre alt, noch sehr zart, entwickelt aber schon erste Blüten. Falls sie Früchte ansetzt, soll man sie entfernen, so der Obstbaumfachmann, damit sie ihre Kraft auf die Wurzelbildung verlegt.  Das leuchtet ein, ich werde mich daran halten. Im Garten ist eben immer wieder Geduld gefragt. Dafür gibt es unerwartet schöne Überraschungen: Mein Hortensien-Sorgenkind, die eichenblättrige, treibt nun auch aus, hat diesen Winter offensichtlich am neuen Standort gut überstanden. Ganz in der Nähe blühen jetzt die sehr putzigen, zweifarbigen Traubenhyazinthen, zusammen mit hellrosa Kollegen. Das regt an, die Sammlung im Frühherbst zu ergänzen. 

Einige Tulpen kommen tatsächlich nicht so zahlreich und so kräftig, wie zu erwarten war. Ich vermute den viel zu feuchten vergangenen Sommer als Täter. Einige, die ganz nah an der gepflasterten Zufahrt sitzen, kommen gut, d.h. dort war es doch noch trockener, das hat wohl geholfen. Einige der Zwiebeln werde ich daraufhin umziehen lassen, damit sie im nächsten Jahr gut blühen.  

Noch einmal etwas zum Thema Zünsler. Jeder, der mit Garten zu hat, kennt den Buchsbaumzünsler. Er beginnt seinen Fraßfeldzug  immer von der Oberfläche der Blätter, geht dann allerdings ziemlich zügig dazu über die Zweige anzufallen, so dass ein Buchsbaum im schlimmsten Fall in kurzer Zeit als Skelett dasteht. Regelmäßige Kontrolle helfen da. Sobald man winzige, weiße Räupchen entdeckt ist es höchste Zeit zu handeln. Mit den unten genannte Mitteln sollte dann der Buchs behandelt werden.
In verschiedenen Fachzeitschriften wird der Algenkalk als wahrscheinlich sehr hilfreich bei der Geneseung der Buchse genannt. Es muss aber das Pulver sein und es muss Kalk aus Meeresalgen sein. Der wird am besten im April über die Gehölze gestäubt. Die sehen dann weiß aus, der Regen wäscht den Kalk ins Innere, wo es offensichtlich den Raupen nicht schmeckt. Das Ausbringen von Algenkalk kann sich etwas schwierig gestalten: Der weiße Staub klebt überall, man muss mit Mundschutz arbeiten, einen windstillen Tag abwarten.
Ich habe mir mit Calypso ( hilft gegen alle saugenden Schädlinge) geholfen. Das Spritzmittel mehrfach mit einer Spritze, die fein verstäubt, gründlich auf die Buchse aufgebracht. Möglichst nicht vor Regen, sondern wenn es ein paar Tage trocken bleibt.
Da die Falter sich an das Gift gewöhnen muss man nach einem halben Jahr wechseln: Triythlon AF von Compo ist auch ein gutes Mittel. Wird auch gesprüht.
Ein gründlicher Schnitt ist im zeitigen Frühjahr wichtig, damit die Pilzerkrankungen ebenfalls in Schach gehalten werden können. ( Der Buchs bekommt eine seltsam orange Färbung auf den Blättern) .Oft treten mehrere Krankheiten gleichzeitig auf. Die gute Nachricht ist, dass man mit Geduld die Gehölze meist retten kann, sie treiben wieder aus.

Und: Ständige Kontrolle ist wichtig. Der Zünsler hat leider drei bis vier Reproduktionszyklen.
Viel Glück für alle, die betroffen sind und gute Nerven!

März 2018

Ob diese von mir so euphorisch eingepflanzten Christrosen den nachfolgenden, bitteren Frost überstanden haben, weiß ich nicht. Vielleicht war es doch zu unbedacht diese schönen Pflanzen mitten im Winter platzieren zu wollen. (Die Expertin und Züchterin hat es genauso geraten) Nun, ich werde gelegentlich berichten.

Noch immer sind große Teile des Winterschutzes im Garten zu sehen. Ich hatte mich schon vorbereitet, in den kommenden Tagen draußen Ordnung zu machen, die Fliese und Folien wegzunehmen und die winterlich-braunen Reste der Iris, der Gräser und der Herbstastern abzuschneiden, denn jetzt bald würde alles durchtreiben und neu hervor kommen. Leider wird es noch ein wenig dauern. Für das Wochenende ist strenger Frost angesagt. Die zwei Hüllen, die ich schon entfernt habe, werde ich wieder überstülpen, um den Trieben der Hortensie eine Chance zu geben. Und still hoffen, dass der Frost nicht ganz so bitter wie vorhergesagt ausfällt.

Trotzdem kann man etwas tun. Die Buchse soll man jetzt schneiden und mit Algenkalk düngen. In einem Expertenbericht, der Gärtner beschäftigt sich seit Jahren mit Buchsen und deren Krankheiten, habe ich das gelesen. Es soll auch gegen den Zünsler helfen. In jedem Fall werde ich den Rat befolgen, noch haben meine Buchse keinen nennenswerten Schäden, obwohl ich im vergangenen Sommer einige dicke grün-gestreifte Raupen gefunden habe.

Die ersten Hinweise auf Befall sind die Gespinste, in denen die  Eier abgelegt werden. Dazu muss man die Gehölze immer wieder untersuchen, auch ins Innere schauen.  Ein Foto von dieser hübschen Raupe füge ich unten ein, damit jeder den kleinen Feind erkennen kann.  Und: Zünsler überleben sehr gut kalte Winter mit strengem Frost! Im März bereits kanndie neue Generation schlüpfen. Gute und genaue Auskunft gibt die Seite des Berliner Pflanzenschutzamtes.

Februar 2018

Das erste Mal in diesem Jahr war ich draußen, um zu pflanzen. Ja, wirklich, ich habe etwas gepflanzt, was man im Winter versetzen oder neu pflanzen soll. Aber der Reihe nach. In den Wirren und dem vielen Hin und Her des Gartenumzuges ist mir meine wunderbare rote Christrose abhanden gekommen. Entweder habe ich eine für mich bestimmte Tuppe mit Pflanzen an einen der vielen Pflanzenfreunde gegeben, oder ich habe sie tatsächlich zurückgelassen, weil ich nicht alles herausnehmen und den Garten kahl hinterlassen wollte. Aber das war falsch. Denn das Beet, in dem die schöne Rote stand, wurde plattgemacht. Außer der Zaubernuss ist alles verschwunden, ist dort jetzt Rasen eingesät. Nun, ich suchte meinen jetzigen Garten ab, ob ich sie doch irgendwo in der Eile platziert und vergessen habe. Nein. Sie ist nicht da. Vielleicht haben sie auch die Gärtener mitgenommen, die beauftragt waren, die Rose zurückzuschneiden, die Beete zu entfernen. Wer nur ein bisschen Ahnung vom Garten hat, hat erkannt, welch ein Schätzchen da wächst. Um  es abzukürzen: Heute habe ich neue Schätzchen gepflanzt. Drei Lenzrosen habe ich vor Tagen bei einer Helleborus-Spezialistin bestellt. Promt wurde geliefert und heute habe ich alles angezogen, was es mir möglich machte, draußen zu arbeiten: Zwei Paar Socken, warmes Unterzeug, dicke, alte Jacke und Mütze. So verpackt ging ich ans Werk. Nachdem ich erst einmal viele Wurzeln einer vor Wochen gefällten Fichte ausgraben musste, konnte ich das kleine Beet an der Nordseite vorbereiten. Seitdem die schönen Lenzrosen angekommen waren ( sie blühen herrlich) habe ich mir überlegt, wo ich sie nun besonders gut einfügen könnte.  Man sollte sie sehen können, d.h. am besten da, wo man auch im Winter vorbei geht. Bei uns ist das der Weg zu Carport , Garten und zum Mülleimer. Dort habe ich den Anfang eines neuen Beetes gemacht.  Weitere Schattenstauden werden dazu kommen, davon später.

Es gibt ja schon einige Lenzrosen, die ich mitgebracht habe und erfolgreich hier etablieren konnte. Im Vorgarten in der Nähe zum Nachbarn, geschützt von einer Kiefer und im Schatten einer Thujahecke, die aber unterbrochen ist, genügend Licht an den Standort lässt. Dort wohnen auch meine Schneeglöckchen. Jahrzehnte lebten sie im alten Garten in der Nähe des Teiches unter dem großen Ahorn, jetzt haben sie einen Platz unter der Kiefer in Gesellschaft von vielen Blausternchen, Salomonsiegel, Hortensien und Astilben, um nur einige Bewohner des Halbschattenbeetes zu nennen, gefunden.

Nun aber zurück zu den Neuzugängen. Sie heißen Käthe, Ice Roses Red, Frilly Isabell. Wenn Sie nachschauen wollen, wo sie herkommen, schauen Sie auf der Website von Frau Susanne Peters nach, sie ist eine Spezialistin für Lenzrosen. www.alpine-peters.de

 

 

Wer sich schnell entschließt, könnte noch bis 4.2. 2018 auch in Berlin auf die Gartenmesse: Gartenträume am Gleisdreieck gehen: Dort bekommt man auch eine wunderbare Auswahl an Lenzrosen, rote, gefüllte, getupfte, sehr hoch verzweigte und dunkelrote, die beinahe schwarz sind. Allerhand interessantes Gartengerät, Zwiebeln, Lilien und viel nützliche Gartengeräte  und schöne Gartendekoration finden sie dort ebenfalls. Die Hallen sind hübsch dekoriert, blühende Felsenbirnen und Wolken von rosa Zierkirschen machen zusammen mit andren Gehölzen und Stauden Appetit auf den Frühling. Und man darf sich wundern: Viele Menschen waren da,  die schon auf den Frühling warten, alle wollen raus, draußen etwas tun.

Die Messe tourt durch Deutschland, ist nach Berlin in Magdeburg, Rheda-Wiedenbrück und Freiburg zu sehen .http://www.gartentraeume.com

Die vergangenen Tage sahen ja auch sehr nach Frühling aus, aber nun wird es erst einmal wieder kalt. Ehrlich gesagt, mir ist es lieber jetzt, als vielleicht erst Ende März. Denn ich habe die ersten Triebe der Rosen schon entdeckt. Die mögen schleunigst aufhören mit dem Wachsen, sage ich ihnen immer wieder. Das hat noch ein wenig Zeit.

Und noch etwas in eigener Sache: Ab März werde ich bei facebook eine Gartengruppe gründen, einmal in der Woche gibt es dann news aus dem grünen Bereich, mit Tipps und Neuigkeiten. Jetzt schon mal vormerken und mitmachen.

Und: Als ich etwas unterkühlt und schmutzig rein kam, fühlte ich wieder dieses Gartengefühl, dieses im Leben sein, Teil eines großen Plans zu sein. Das ist etwas ganz Wunderbares. Schon aus diesem Grund sollte es bald Frühling werden, dann genieße ich das wieder täglich, wie tausend andere Gartenmenschen auch.

2018!  Januar 

Nun sind schon die ersten Tage des Jahres vorbei.  Der Gartenmensch war sicher in dieser Zeit Familienmensch, Weihnachtsgenießer, Wein-oder Biertrinker, Spaziergänger, Freundeskreisgenießer und was es sonst noch an schönen Tätigkeiten „zwischen“ den Jahren gibt.

Doch, auch wenn es noch nicht so aussieht, man vielleicht mit Bangen dem Winter ( der sicher noch kommen wird) entgegen sieht, der Frühling wird kommen.  Wie immer schickt er zuerst seine robusten Schneeglöckchen vor. Wer klugt war und im Herbst ordentlich viele von diesen kleinen Zwiebeln gesteckt hat, der kann sich auf einen schönen Vorfrühling freuen. Schneeglöckchen kann man sammeln: Es gibt solch schöne Exemplare die mit ihren gefüllten Glocken sehr beeindrucken. Andere punkten mit gerüschten Rändern, wieder andere sind größer und etwas später und breitere Ränder in Grün. Einschlägige Kataloge bieten viel von diesen schönen Dingen.  Wer sie noch nicht hat, sollte sich im zeitigen Frühjahr einen Platz merken, um im Herbst die Zwiebeln zu stecken. Etwas Sonne wollen die Schneeglöckchen auch haben, ein trockener Platz ist ihnen angenehm, nach meiner Erfahrung kommen sie sehr gut auch am Fuß von großen Bäumen zurecht. Wenn es ihnen gefällt, dann vermehren sie sich auch gut. Hübsch, wenn man eine stattliche Gruppe unter Gehölz herangezogen hat, die sich dann immer weiter ausbreitet.

Was wäre ein Gartentagebuch im Januar ohne den Verweis auf die Zaubernuss? Die muss in jeden Garten! Sie wächst langsam, ist also auch für den kleinen Garten geeignet. Ja nach Sorte zeigt sie jetzt ihre Papierstreifen in rot und gelb und orange. Die Blüten erinnern tatsächlich an schmale Papierstreifen, die sich einrollen, sobald die Temperatur unter – 7 ° sinkt. Wird es wieder ein wenig milder, rollen sie sich wieder aus.  Das kann die Zaubernuss unbeschadet mehrfach tun.  Wer noch keine hat, sollte im Winter einen Platz suchen, auch der sollte sonnig sein. Vor allem aber pflanzen sie diesese hübsche Gehölz an einen Ort den sie gut sehen können, an dem sie auch im Winter oft vorbeikommen: Am Eingang, am Weg zur Mülltonne oder an der Terrasse die man vom Haus sehen kann. Denn: Nichts kann tröstlicher und schöner  sein als Blüten im Winter.

Und: Was tue ich im Januar? Ich überlege, wie ich die vielen, schönen Kontakte und das Fachwissen, das ich im vergangenen Jahr auf der IGA gut und erfolgreich an die Frau und an den Mann bringen konnte,  weiter nutzen  werde. Ein Gartenclub? Eine Gartengruppe bei facebook? Ein Gartenblog? Meine Ideen von Gärtnern, im und mit dem Garten leben, tiefgründige Freude zu haben, Entspannung und eine Tätigkeit die dem gesamten Menschen gut tut, die möchte ich weiter tragen und mich immer wieder mit anderen Grün-Enthusiasten austauschen.

 

Dezember 

Und schon ist er da! Der letzte Monat des Jahres. Die Gärtnerin ruht immer noch nicht. Zwischen den grauen Tagen gibt es auch welche mit milderen Temperaturen und hier und da etwas Sonne. Diese Tage nutze ich, um den letzen Winterschutz anzubringen. Hortensien, Rosmarin und Gaura bekommen eine Laubabdeckung, die ich mit etwas Erde „befestige“, damit das Laub nicht im Garten umherfliegt. Die besonders empfindlichen Gewächse wie der Rosmarin und die neu verpflanzte Hortensie erhalten einen Sisal-Kragen, der den Winterschutz verstärkt , Laub und Erde festhält. Mein Viburnum tinus, der Mittelmeer-Schneeball bekommt außer der Laubabdeckung am Fuß auch noch ein Mäntelchen aus durchlässigem Vlies, damit die kalten Winterwinde ihm nicht so viel anhaben können. Er ist mit mir umgezogen, hatte im vergangenen Jahr etwas zu kämpfen. Doch das ist vorbei, mit frisch -grünem Laub und wunderbar duftenden kleinen Blüten erfreut er mich zur Zeit. Im Frühling blüht er meist ein zweites Mal. So ist das im Garten. Auch der Winter muss nicht ohne Blüten sein. Am Zaun strahlt der Winterjasmin mit gelben Blüten! Auch er wird im März noch einmal blühen. Aber auch jetzt in der dunklen Jahreszeit erfreut er jeden Besucher.

Hier und da schneide ich weiter zurück. Immer nach dem Motto: Was aufrecht steht, darf bleiben, wer einknickt oder zu unansehnlich ist, wird abgeschnitten. Die Meisen freuen sich über Samen, turnen oft in den Astern oder den Herbstanemonen und knabbern an den Pflanzen.

Wie im November angekündigt, Adressen für die Planung:

Staudengärtenerei Gräfin von Zeppelin in Sulzburg-Laufen

Staudengärtnerei Gaißmayer in Illertissen

Staudengärtnerei Arends-Maubach in Wuppertal-Ronsdorf

Foerster- Stauden in Potsdam Bornim

Königliche Gartenakademie in Berlin- Dahlem

Blumenzwiebelspezialist Fa. Treppens in Berlin -Zehlendorf

Blumenzwiebelspezialist Fa. Hoch in Berlin-Zehlendorf

Baumschule: Gehölze und Bäume, Ewald Fischer, Berlin

Baumschule:  Gehölze, Bäume, Stauden,  Lorberg, Kleinziethen

 

 

 

November 2017

Die letzten Herbstastern glühen noch ein wenig, der Chrysanthemenbusch in dunklem Rot schmückt den Garten noch sehr. Die Gräser sind beinahe alle noch aufrecht, aber das gelbe Beet mit Sonnenbraut Staudensonnenblumen und Rudbeckien ist zum großenTeil verblüht und auch schon heruntergeschnitten.

In einigen Tagen werde ich damit beginnen, den Winterschutz an bestimmte Stauden auszubringen. Meist nehme ich dazu Laub, das ich mit Erde vermische und dann mit einem „Kragen“ aus Sisal abdecke. So bleibt der Schutz liegen und die Vögel können nicht zu viel auseinander scharren. Die Sisal- Stücke ( es gibt sie rund und rechteckig ) kann man mehrfach verwenden. Im Frühjahr klopfe ich sie aus, lasse sie gut trocknen und nutze sie im Spätherbst erneut.

Wer etwas Blühendes im Frühling haben möchte: Solange der Boden frostfrei ist, kann man immer noch einige hübsche Traubenhyazinthen oder Scilla in den Boden bringen. Auch Rosen lassen sich noch sehr gut pflanzen, jetzt kann man sie wurzelnackt kaufen, meist wachsen sie einfach besser an, günstiger sind die Pflanzen auch.

Strauchpäonien werden ebenfalls im späten Herbst verschickt und gepflanzt. Diese edlen Pflanzen sollte man nach genauer Anleitung und guter Bodenvorbereitung platzieren. Dann ist Geduld gefragt. Ob Strauch- oder Bauernpfingstrosen, nach Neupflanzung oder Umpflanzung muss man meist 2-3 Jahre auf die Blüten warten. Aber sie kommen gewiss. Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden des Gärtners oder der Gärtnerin.

Diese trüben, feuchten Spätherbsttage kann der Gartenmensch gut nutzen, neue Pläne zu machen: Ausflüge in die Kataloge der Staudengärtnereien machen immer großen Spass. Da fehlt doch noch der buschiger wachsende Wasserdost oder eine besonders schöne, kupferfarbene Rudbeckie.

Möglicherweise sollen Beete vergrößert, oder neu gegliedert werden, vielleicht ist die Anschaffung einer Rose, die im Zentrum des Gartens wachsen soll, geplant. Das alles kann man jetzt, oder sobald der Winterschutz ausgebracht und das Laub geharkt ist, in Ruhe tun.

In Dezember werde ich einige einschlägige Adressen zusammenstellen, damit die Planung leichter fällt.

 

Oktober 2017

In wenigen Tagen geht die IGA zu Ende. Das Wetter hat nicht immer mitgespielt, das fing gleich zu Anfang an, die ersten Tage auf der IGA waren sehr kalt. Wir im I-Punkt GRÜN haben trotz Skiunterwäsche gefroren weil es drinnen nicht wärmer war als draußen.

Trotzdem: Die wunderbar bepflanzten Beete, die heitere Stimmung bei den Konzerten, die Ausblicke von der Seilbahn über das Gelände, diese Dinge haben mich besonders beeindruckt. Dabei gab es noch viel,  viel mehr zu sehen und zu erleben. Die meisten Besucher waren begeistert und viele der Kursteilnehmer berichteten begeistert von den vielen Informationsmöglichkeiten.

Nun zum Garten: Im Oktober ist die Schere das wichtigste Werkzeug. Jetzt beginnt man hier und da abgeblühtes, von Mehltau befallenes oder niedergeknietes Laub zu entfernen. Aber noch nicht alles, immer blühen die Herbstastern im Garten und schmücken sehr. Auch Bienen werden noch gesichtet, an Regentagen bleiben sie zwar zu Hause, schwärmen aus, sobald sich die Herbstsonne zeigt.

Noch immer kann man Zwiebeln stecken. Ich habe noch einige persische Kaiserkronen und im sonnigen Beet die schönen, großen Zierlauche verbuddelt. Auch konnte ich bei meinem Besuch beim Zwiebelspezialisten nicht an zweifarbigen Traubenhyazinthen vorbei. Ich bin jetzt schon auf das Frühjahr gespannt.

Der Sturm hat dem Garten zum Glück nicht viel anhaben können. Mein Bobbie-Kind, ( Ableger meiner schönen alten Rambler-Rose ) das vor kurzem eine sehr schöne große Stütze mit goldener Kugel oben bekommen hatte, lag am Boden als wir ein paar Tage nach  Xavier von einer  Reise zurückkamen.  Das war ein Schreck für mich. Wie es aber aussieht, war dieser junge Trieb noch so elastisch, dass er nicht gerissen ist. Ich kann nur hoffen, dass auch unterirdisch alles in Ordnung ist.  Die anderen kleinen Sturmschäden, wie abgeknickte Gräser und umgefallene Iris habe ich längst beseitigt.

In den nächsten Tagen werden die Buddleien zurückgeschnitten, sowie ein Teil der großen Gräser die in die Knie gehen. Hortensien lasse ich so wie sie sind, die getrockneten Blütendolden entferne ich immer erst im Frühling, sie sind ein kleiner Schutz und darunter kann sich die neue Knospe ungestört entwickeln, man sieht sie dann beim Abschneiden der alte Blüte gut.

Der Rasen wird noch ein-zwei Mal gemäht, dann darf der Rasenmäher gewartet werden. Wenn Sie ein Bezinmäher haben, fahren sie ihn leer, damit er ohne Benzin im Tank überwintert, das erhöht die Lebensdauer. Gartenscheren und Spaten freuen sich nach beendeter Arbeit ( ist noch lange nicht so weit) über eine Abreibung mit einem Maschinenöl wie zum Beispiel Ballisto.

Gut ist auch sich allmählich Gedanken zu machen wie und welche Pflanzen einen Winterschutz brauchen und sich um Filzmatten oder Fliese zu kümmern.

September 2017

So schnell geht ein Sommer vorbei! Wahrscheinlich lag das an meinen anderen Tätigkeiten außerhalb des Gartens und auch im Garten: Der Umzug. Aber nun ist soweit alles geschafft, ich bin dabei mich einzugewöhnen.

Im Garten habe ich schon angefangen hier und da zu korrigieren. Hohe Fetthennen, die viel zu dicht an den Herbstastern sitzt, durften auf einen besseren Platz umziehen. Hibiskus und Perückenstrauch haben Gesellschaft bekommen.  Meine Goldspirea fühlte sich in der Nähe des alten Flieders nicht ganz wohl, brauchte etwas mehr Sonne, durfte zum umziehen. Sie kennen sich gut aus dem alten Garten, werden sicher gut miteinander auskommen.

Was jetzt vor allem ansteht, ist das Abschneiden: Verblühtes muss weg, Stauden, wie der Phlox der in diesem Jahr durch dieses wechselhafte Wetter arg vom Mehltau gebeutelt war, muss runter geschnitten werden. Sofort sieht das Beet freundlicher aus und die letzten Blüten wie die Herbsaster, die unermüdliche Gaura und der hohe Sedum kommen gut zur Geltung. Auch im gelben Beet ist noch viel Blüte zu sehen: Sonnenbraut, Rudbeckien, Bartblume und blühende Gräser machen gute Laune. Vom Arbeitszimmer habe ich einen wunderbaren Blick, direkt auf dieses sonnige Beet.

Die Hortensien sind weitgehend abgeblüht, einige schieben noch ein zwei Blütenbälle nach, auch Annabell leuchtet mit ihren weißen,  runden Blütenbällen. Und: Wer mein Gartentagebuch aufmerksam gelesen hat, weiß von den großen Sorgen, die mir die Umpflanzung der eichenblättrigen Hortensie gemacht hat. Nun, zu meiner großen Freude sieht es aus, als ob sie es geschafft hat, sich einzuleben. Sie ist wieder belaubt, hatte drei Blütendolden und das Laub färbt schön in Kupfer und Braun-Grün, ganz so wie sie es früher getan hat. Ich hoffe, dass der Winter nicht so hart wird, werde ihr etwas Schutz geben damit sie gut durchkommt. 

 August 2017

Der Umzug ist weitgehend geschafft, nun habe ich nur eine Adresse und einen Garten. Der steht zu meiner großen Freude auch in voller Blüte. Mein neu angelegtes „gelbes“ Beet hat sich gut entwickelt. Von meinem Arbeitszimmer aus habe ich wieder einen herrlichen Blick in den Garten, auch auf das Sommer bzw. Spätsommerbeet. Sonnenhut Sonnenröschen, Sonnenbraut , Bronzefenchel und Indianernessel leuchten im Hintergrund des Gartes vor der Thujahecke, werden nachmittags etwas vom  Süßkirschenbaum  beschattet.

Hortensien und Astilben genießen diesen wechselhaft-feuchten Sommer sehr! Die Hortensien blühen zwar nicht in den oberen Etagen der Pflanze, diese wurden durch den Spätfrost im April geschädigt, aber die Blätter sind groß und kräfig und weiter unten gibt es auch Blüten. Die Hortensie an der Nordseite des Hauses ist am besten weggekommen, sie hat den Umzug vor einem Jahr gut weggesteckt und blüht und gedeiht gut. Wie immer in feuchten Sommern haben die Schnecken ein gutes Leben. Vor allem Hosta haben darunter zu leiden. Ich streue mäßig Schneckenkorn, Ferramol, um die Pflanzen. Das hilft und hält den Schaden in Grenzen.

Im August werden die Rosen noch einmal gedüngt, damit das Holz ausreift und gestärkt in den Winter geht. Auch die Beete kann man noch einmal mit etwas Steinmehl und Hornmehl versorgen. Das stärkt die Pflanzen noch einmal, lässt ihnen dann Zeit in die Ruhe zu gehen. Doch davon wollen wir noch nichts hören. Die Tage draußen sind doch die schönsten Tage im Jahr, vor allem, wenn man auch abends draußen sitzen kann. Gegen die Mückenplage helfen verschiedene Produkte, die man unbedingt einsetzen sollte, denn in der Dämmerung tauchen ganze Geschwader der Blutsauger auf.

Iris ( hohe Bartiris)  habe ich auch umgepflanzt, weil die in der Ruhe sind und das jetzt gut vertragen. Auch wenn sie einige Zeit trocken liegen, das schadet nicht, man schneidet das Blatt zurück, pflanzt sie so, dass das Rhizom zu sehen ist, gießt gut an und wartet darauf, dass es der Pflanze gut geht.

Auf der IGA blühen die Stauden -und Gräserbeete, eine Freude entlang zu schlendern und sich das anzuschauen. Viele neue, überraschende Kombinationen sind dort zu sehen. Auch das umfangreiche Rahmenprogramm an Unterhaltung lässt sich sehen und spricht mit unterschiedlichen Veranstaltungen Jung und Alt an.

Wer erst nach 17.00 Uhr kommt, zahlt weniger Eintritt, steht alles auf der Website der IGA. Ein idealer Platz für einen Sundowner in das  Restaurant unterhalb des Wolkenhains, von der Terrasse hat man einen schönen, weiten Blick über das Gelände und in die Landschaft.

Juli 2017

Aufmerksame Leser werde es schon festgestellt haben: Ich bin im Verzug. Vielleicht hat Juni a noch ein wenig abgelenkt, aber nun ist es höchste Zeit, über den Juli zu berichten. Die Wetterlage lasse ich außen vor. Der Sommer könnte noch kommen. Phlox, Witwenblume, Santolina, Taglilien, Hosta, Akanthus und viele Blüten machen jetzt große Freude. Den letzjährig gepflanzten, weißen Phlox möchte ich besonders erwähnen: Phlox amplifolia „David“ ist prächtig gewachsen, duftet herrlich. Man schnuppert es im gesamten Garten. Aber auch die frisch vom heimischen Garten umgepflanzten Arten Uspech und Omega blühen. Noch verhalten, aber immerhin, sie zeigen mir, dass sie sich einleben.  Auch ein neunachbarschaftlich geschenkter Phlox namens Elfriede von Alhorn, mit einer kleineren, lila Blüte zeigt sich wüchsig und kräftig. Diese Versammlung der Phloxe macht viel Freude. Sicher werde ich Herbst nach neuen Sorten Ausschau halten, um diese Farb-und Duftsymphonie noch zu ergänzen. Ach ja, die Taglilien! Sie stehen in prächtigem Gelb, orange oder gelblichen Weiß da. Meine schöne rote Taglilie, dich im Überschwang des Staudenbeet-Auflösens  mit verschenkt habe, vermisse ich nun. Aber da ich ihren Namen weiß, kann ich im Herbst Ersatz besorgen. Und ich freue mich über alle Pflanzen, die auswandern durften und bei anderen Gartenmenschen ein gutes Zuhause gefunden haben.

Der Garten möchte gehackt werden, was ich tue, wenn ich zwischen IGA und Umzugs-und Renovierungschaos , etwas Zeit finde. Der Boden dankt es mir. Hier und da arbeite ich in den mageren Boden auch etwas Horn-und Steinmehl ein. Auch das wird offensichtlich von den Pflanzen dankbar angenommen. Im neuangelegten sogenannten gelben Beet, blühen einige übernommene Helianthus-Sorten, die neu erworbenen Sonnenbräute Rauchtopas und Indianersommer treiben kräftige Knospen, lassen hier und da schon Farbe ahnen. Die blauen, schmalen Blütenstände der Veronika ( Ehrenpreis) machen sich ebenfalls gut am neuen Platz. Selbst eine sehr vernachlässigte, panaschierte Bartblume ( Careopteris) hat sich in der Sonne prächtig erholt und setzt ebenfalls blaue Blüten an. Das Riesenchinaschilf im Gräserbeet erfüllt nun endlich seine Aufgabe: Sichtschutz zu bieten. Dort wo er sichtschützt, befindet sich der Eingang von freundlichen Nachbarn, doch Rückzug muss sein. Hinter einem raschelnde Gras ist es besonders hübsch. Im Augenblick komme ich so gut wie nicht dazu, mir die Liege dort hinzustellen, aber das wird sich Mitte August ändern. Vorher werde ich das August-Gartentagebuch schreiben. Versprochen !

Juni 2017 /  a 

Das muss ich zeigen: Meine große, schöne, englische Rose blüht in voller Pracht. Bienen und Hummeln besuchen sie fleißig. Da ich diesen Garten verlasse, ist es für mich das letzte Mal, dass ich dieses Wunder erleben darf. Sicher werden sich nach mir andere Menschen daran erfreuen. Ich genieße es mit allen Sinnen, bin so oft es geht, draußen.

Juni 2017 

Iris Proud Tradition

Das Frieren hatte ein Ende, dafür wurde es dann richtig warm, beinahe hochsommerlich. Am Ende dieser warmen Periode standen uns dann Gewitter, Schlagregen und Hagel ins Haus. Das Berliner Stadtgebiet war unterschiedlich betroffen, viel Wasser hatten alle bekommen, der Ostteil der Stadt bekam noch eine Extra-Portion Hagel ab. Meine Funkien, die so gut das Umpflanzen überstanden hatten, sahen und sehen noch immer aus, als hätte jemand auf die Blätter geschossen. Die meisten habe ich bis auf zwei, drei Blätter herunterschneiden müssen.  Meine kleine Bobbie, die ich aus einem Steckholz gezogen hatte, die gut anging, verlor ihren Haupttrieb. Ich kann nur hoffen, dass die Rose einen Seitentrieb bildet. Die Blätter haben sich inzwischen schon etwas aufgerichtet. Auch viele andere Stauden wurden regelrecht geköpft und von den Wassermassen niedergedrückt.

Nun aber zu den erfreulichen Dingen: Der Mai brachte auch viel Farbe in den Garten: Rhododendren und Azaleen blühen, Akeleien wuchsen zu stattlicher Größe heran und füllten die Lücken im lichten Schatten. Die Iris Sibirica eröffneten die Iris Saison, danach kam Kupferhammer und die hohen Bartiris in Blautönen blühen noch. Mary France, eine Sorte die 20 Jahre im Hauptstadtgarten lebte, habe ich umgepflanzt und auch im Osten wächst und blüht und duftet sie. Das ist eine große Freude!

Der noch spät umgepflanzte Hibiscus geht auch an und hat auch den Hagel einigermaßen überstanden. Besonders hübsch zeigen sich die Blütenansätze des Perückenstrauches. Das rote Laub sieht zusammen mit dem ebenfalls tiefroten, geschlitzten Laub des roten Holunders, zauberhaft aus.

Leider wird der Kirschbaum sehr von Krähen, Staren und Spatzen heimgesucht. Selbst wenn ich darunter stehe und in die Hände klatsche lassen sie sich kaum beeindrucken. Höchstens einen Meter fliegen sie höher, um dann weiter an den sich rötenden Kirschen zu erfreuen. Wir freuen uns nicht darüber. Ich sinne über Abwehrmaßnahmen nach. Alte CDs in den Baum hängen, mit einer Rassel schlagen? Am Freitag bin ich ihnen nachgestiegen, bin in den Baum geklettert. Das allerdings hat gewirkt, sie flogen erschrocken weg. Irgendwann musste ich ja wieder runter, sofort war der Kirschbaum wieder bevölkert, tja, was macht man da?

Im Garten arbeiten: Verblühtes abschneiden, den Rosen noch etwas Dünger verabreichen, abends wässern, den Boden lockern. Und sich über die Blütenpracht freuen.  Die hohen Bartiris brauchen Stützen, die Pfingstrosen auch. Sie fallen dann nicht so auseinander und machen eine gute Figur im Beet.

 

Tulpe: Francy Frills

 

 

Gehölz: Hartriegel „Spaethii“

 

 

 

Mai 2017

Was für den Garten und alle Grünanlagen in Berlin wunderbar ist, geht den meisten Menschen auf die Nerven. Immer nur kühl, oft windig immer nur Regen. Ja, es gibt einige Wolkenlücken und ja, die Luft ist frisch und gut. Trotzdem ist es viel zu kühl und ein bißchen Sonne wünschen wir uns alle. Soviel zum Beginn dieses „Wonnemonats“.

Aus dem Garten gibt es schöne und traurige Nachrichten. In den letzten Apriltagen gab es zwei kalte Nächte, die meinen frisch umgepflanzten und auch den alteingesessenen Hortensien sehr zu schaffen machten. Die neuen Blättchen und: viel schlimmer, die winzigen, schon angelegten Blütenstände sind  braun und unbrauchbar. Ich habe etwas zurückgeschnitten und hoffe auf Neuaustrieb. Auf Blüten kann ich wenig hoffen. Für Übermorgen sind schon wieder nur 2 ° in der Nacht angesagt, damit sind wir wiederum gefährlich nahe am Frost.

Doch die guten Nachrichten überwiegen, wie immer im Garten.  Die schmollende Goldberggras-Mutter von der ich im April berichtete, hat sich doch entschlossen zu treiben. Erst sah ich ein paar winzige, dünne, hellgrüne Halme. Dann sprossen mehr und mehr. Nun ist die Größe des Grases zu erahnen, allerdings immer noch sehr zart. Das Kind hat zwar nur 3-4 Triebe, aber  die sind kräftig und hellgrün, wie es sich gehört. Ich bin sicher, auch die Mutter wird mich bald mit vielen hellgrünen Blättern erfreuen.

Immer wieder überprüfe ich, ob meine Lieblinge den Wechsel gut überstanden haben. Die Funkien kommen alle! Auch die große Funkie „Sum and Substance“ (sollte man sich  merken), die ich in drei Teile geteilt habe, treibt kräftig durch. Zwei Gartenfreundinnen können sich nun auch freuen. Ich weiß wie rasch sie wächst, wie groß diese Sorte wird und wie duftend sie blüht. Außerdem verträgt diese Funkien- Sorte auch Sonne. Keine pralle Mittagssonne, aber sehr viel mehr als  Halbschatten.

Wer mein Gartentagebuch aufmerksam liest, dem werden meine Schwierigkeiten eine erwachsene eichenblättrige Hortensie umzupflanzen, nicht entgangen sein. Ich habe diese schmerzliche Erfahrung beschrieben und allen Gartenfreunden erzählt. Von der ehemals 2-3 m großen Pflanze, die mich jährlich mit riesigen, cremweißen Dolden beschenkte, sind vier ca. 50 cm hohe Triebe übrig geblieben. Und ich bin dankbar, dass sie es geschafft haben. Mein Versuch Stecklinge aus der Mutter zu ziehen, sieht nicht ganz erfolgreich aus. Noch stehen sie auf der Fensterbank. Erst wenn die Temperaturen nicht immer wieder in den Keller rauschen, werde ich sie draußen eingewöhnen und hoffen, dass die zarten Ansätze zu Blättern werden.

Was ist im Garten zu tun: Wer im April den Rasen noch nicht gedüngt hat, sollte es jetzt ganz dringend tun. Regen kommt genug, man muss nicht nachwässern. Jetzt wäre auch höchste Zeit die Hortensien und die Rhododendron zu düngen. Bei den Rhododendron empfiehlt sich eine Gabe Fetrilon. Das wirkt der Vergilbung, die durch Mangel entsteht, entgegen. Noch ein Tipp: Wegen Bauarbeiten im neuen Garten musste ein riesiger Rhododendron umgpflanzt werden. Dabei musste ich einige Seitentriebe einkürzen. Sie trugen fest geschlossene Knospen, die zu meiner Überraschung in der Vase sich vollkommen öffneten und nun sein über zwei Wochen das Zimmer schmücken. Also, an einer nicht so sichtbaren Stelle kann man ein Zweiglein abschneiden und ins Haus holen.

Wenn es das Wetter zulässt ist es gut, die Beete zu lockern, Unkraut, oder wie man jetzt sagt, Spontanvegetation, zu entfernen und um die Stauden eine Mischung aus Hornspänen und Steinmehl einzuarbeiten. Mineralien bekommen dem armen Berliner Boden besonders gut. Die Pflanzen werden kräftiger, blühen gut und sind widerstandsfähiger. Iris sind dankbar für Altus, das ist ein spezieller Iris-Dünger, den man im Gießwasser auflöst. Es lohnt sich, einmal eine Gabe und die Iris blühen gut wachsen kräftig und gesund.

Wer sich für Iris besonders interessiert, dem sei mein Kurs auf der IGA am 11. Juni um 15.00 Uhr  ans Herz gelegt. Ich konnte den Iris Experten Herrn Volker Klehm gewinnen, der um 15.Uhr im I-PUNKT Grün auf der IGA über diese herrlichen Gartenstauden sprechen wird. Ich werde ihn unter anderem befragen, was für den Gartenmenschen wichtig ist, wie man mit Iris umgeht, welche Sorten er besonders empfiehlt.

Ebenso erfreut bin ich, dass Frau Christina Tamberg und Herr Dr. Tomas Tamberg am 28. Juni um 15Uhr in den Kurs: Taglilien, unverzichtbar im Garten, kommen. Das Ehepaar ist vielfach für seine Züchterarbeit ausgezeichnet worden. Alle namhaften Staudengärtnereien führen ihre Züchtungen. An diesem Nachmittag wird es um Taglilien gehen, Sie werden viel Neues und Interessantes über diese so prächtige Staude hören.

 

April 2017

Das Wetter ist wechselhaft, so wie man den April kennt.  Für den Garten allerdings ist es gut: Umpflanzen und neu pflanzen gelingt gut, weil es noch nicht zu warm und noch nicht zu trocken ist. Die Stauden und Gräser erleben gerade einen Wachstumsschub, man kann förmlich zusehen wie alles sprießt und wächst. Gräser kann man jetzt gut teilen und neu einpflanzen, ebenso Hosta. Beherzt in der Mitte mit dem Spaten durchteilen, die Hälften wieder platzieren, den Pflanzen bekommt es gut, auch wenn es schwerfällt, so einen großen, eingewachsenen Wurzelballen durchzuteilen.  Wenn Sie  Ihr Beet pflegen und lockern möchten, seien Sie in den ersten Frühlingstagen ganz vorsichtig. Viele junge Pflänzchen  kommen nicht ganz an der Stelle, an der man sie vermutet, die Lilien schieben ihre Triebe aus der Erde, man sieht sie kaum. Da passiert es leicht, dass sie platt getreten werden. Ich suche seit Wochen die Triebe eines umgepflanzten Grases, eine Mutterpflanze und einen Ableger habe ich umziehen lassen. Die Mutter schmollt, das Kind treibt aus. Ich hoffe, sie überlegt sich das noch, kontrolliere fast täglich. Nun, da ist wieder die wichtigste Tugend des Gärtners gefragt: Geduld.

Andere, wichtige Arbeiten: Rasen kann gedüngt werden, sobald die Nachttemperaturen  verlässlich über + 5 °  liegen. Verfilztes kann abgeharkt werden, das belüftet den Rasen, sieht besser aus. Vertikutieren spare ich mir und das seit fast 30 Jahren. Moos wird vom Dünger vertrieben, gibt auf und wird von mir dann abgeharkt.

Hortensien können von den vorjährigen Blüten befreit werden. Achtung beim Schnitt. Genau hinschauen, wo die Knospen ansetzen, darüber schräg abschneiden. Hortensien blühen nicht, wenn man sie zu tief abschneidet. ((Manchmal, nach Frostschäden ist es richtig, man muss dann ein Jahr auf die Blüte verzichten)

Jetzt ist auch höchste Zeit den Kompost gesiebt auf den Beeten zu verteilen, wer es noch nicht getan hat, sollte das schleunigst tun. Auch die Gehölze freuen sich über eine Kompostgabe. Mit einem guten Kompost kann man nichts falsch machen. Iris, Lavendel und andere graulaubige Stauden bekommen eine dünne Schicht, die anderen Stauden eine etwas dickere. Wenn man man, kann man den Kompost ganz leicht einarbeiten, aber Vorsicht (siehe oben, Austriebe).

Ich hoffe, dass in jedem Garten Osterglocken blühen! Blattlauslöwen brauchen die gelbe Glocke als Unterschlupf bei Regen. Man sollte ihnen dieses Zimmer anbieten, denn sie und ihr Nachwuchs vertilgen Unmengen von Blattläusen, helfen uns Chemie zu sparen.

März 2017 

Es ist März und endlich kann es draußen wieder losgehen! Glücklicherweise ist der Frost aus dem Boden verschwunden und die Sonne, die sich nach scheinbar unendlichen, grauen Tagen zeigte, lockt die ersten grünen Triebe.

Schneeglöckchen klingeln in größeren Gruppen, die zarten, frühen Krokusse sind ebenfalls schon da. Und klar, die Winterlinge lachen uns gelb und fröhlich ins Gesicht. Winterlinge kann man ausgesprochen gut selbst vermehren: Man nimmt Samen von den Pflanzen ab, streut sie im frühen Herbst wieder aus. Vorher sollte man die Plastiktüte mit den kleinen schwarzen Samen für einen oder zwei Tage ins Gefrierfach des Kühlschranks legen. Winterlinge sind Kaltkeimer, finden das prima und wachsen dann gut.

Draußen sind nun alle Winterblüher zu sehen: Die Zaubernuss, sie blüht schon seit vielen Wochen, der Winterjasmin zeigt seine gelben Blüten, die oft mit Forsythien verwechselt werden, seit einigen Tagen ist auch der duftende Schneeball hinzugekommen! Diese Drei müssen in jeden Garten. Nichts tröstlicheres als Blüten im Winter oder im zeitigen Frühjahr, wenn der Garten noch grau und trist wirkt. Das sind die Signale zum Auftakt in die neue Gartenzeit!

Aber : Noch ist es zu früh, den Winterschutz von den empfindlichen Pflanzen zu nehmen, auch der Rosenschnitt sollte noch warten. Es dauert nicht mehr lange.