Gartentagebuch: Jeden Monat neu !

November 2017

Die letzten Herbstastern glühen noch ein wenig, der Chrysanthemenbusch in dunklem Rot schmückt den Garten noch sehr. Die Gräser sind beinahe alle noch aufrecht, aber das gelbe Beet mit Sonnenbraut Staudensonnenblumen und Rudbeckien ist zum großenTeil verblüht und auch schon heruntergeschnitten.

In einigen Tagen werde ich damit beginnen, den Winterschutz an bestimmte Stauden auszubringen. Meist nehme ich dazu Laub, das ich mit Erde vermische und dann mit einem „Kragen“ aus Sisal abdecke. So bleibt der Schutz liegen und die Vögel können nicht zu viel auseinander scharren. Die Sisal- Stücke ( es gibt sie rund und rechteckig ) kann man mehrfach verwenden. Im Frühjahr klopfe ich sie aus, lasse sie gut trocknen und nutze sie im Spätherbst erneut.

Wer etwas Blühendes im Frühling haben möchte: Solange der Boden frostfrei ist, kann man immer noch einige hübsche Traubenhyazinthen oder Scilla in den Boden bringen. Auch Rosen lassen sich noch sehr gut pflanzen, jetzt kann man sie wurzelnackt kaufen, meist wachsen sie einfach besser an, günstiger sind die Pflanzen auch.

Strauchpäonien werden ebenfalls im späten Herbst verschickt und gepflanzt. Diese edlen Pflanzen sollte man nach genauer Anleitung und guter Bodenvorbereitung platzieren. Dann ist Geduld gefragt. Ob Strauch- oder Bauernpfingstrosen, nach Neupflanzung oder Umpflanzung muss man meist 2-3 Jahre auf die Blüten warten. Aber sie kommen gewiss. Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden des Gärtners oder der Gärtnerin.

Diese trüben, feuchten Spätherbsttage kann der Gartenmensch gut nutzen, neue Pläne zu machen: Ausflüge in die Kataloge der Staudengärtnereien machen immer großen Spass. Da fehlt doch noch der buschiger wachsende Wasserdost oder eine besonders schöne, kupferfarbene Rudbeckie.

Möglicherweise sollen Beete vergrößert, oder neu gegliedert werden, vielleicht ist die Anschaffung einer Rose, die im Zentrum des Gartens wachsen soll, geplant. Das alles kann man jetzt, oder sobald der Winterschutz ausgebracht und das Laub geharkt ist, in Ruhe tun.

In Dezember werde ich einige einschlägige Adressen zusammenstellen, damit die Planung leichter fällt.

 

Oktober 2017

In wenigen Tagen geht die IGA zu Ende. Das Wetter hat nicht immer mitgespielt, das fing gleich zu Anfang an, die ersten Tage auf der IGA waren sehr kalt. Wir im I-Punkt GRÜN haben trotz Skiunterwäsche gefroren weil es drinnen nicht wärmer war als draußen.

Trotzdem: Die wunderbar bepflanzten Beete, die heitere Stimmung bei den Konzerten, die Ausblicke von der Seilbahn über das Gelände, diese Dinge haben mich besonders beeindruckt. Dabei gab es noch viel,  viel mehr zu sehen und zu erleben. Die meisten Besucher waren begeistert und viele der Kursteilnehmer berichteten begeistert von den vielen Informationsmöglichkeiten.

Nun zum Garten: Im Oktober ist die Schere das wichtigste Werkzeug. Jetzt beginnt man hier und da abgeblühtes, von Mehltau befallenes oder niedergeknietes Laub zu entfernen. Aber noch nicht alles, immer blühen die Herbstastern im Garten und schmücken sehr. Auch Bienen werden noch gesichtet, an Regentagen bleiben sie zwar zu Hause, schwärmen aus, sobald sich die Herbstsonne zeigt.

Noch immer kann man Zwiebeln stecken. Ich habe noch einige persische Kaiserkronen und im sonnigen Beet die schönen, großen Zierlauche verbuddelt. Auch konnte ich bei meinem Besuch beim Zwiebelspezialisten nicht an zweifarbigen Traubenhyazinthen vorbei. Ich bin jetzt schon auf das Frühjahr gespannt.

Der Sturm hat dem Garten zum Glück nicht viel anhaben können. Mein Bobbie-Kind, ( Ableger meiner schönen alten Rambler-Rose ) das vor kurzem eine sehr schöne große Stütze mit goldener Kugel oben bekommen hatte, lag am Boden als wir ein paar Tage nach  Xavier von einer  Reise zurückkamen.  Das war ein Schreck für mich. Wie es aber aussieht, war dieser junge Trieb noch so elastisch, dass er nicht gerissen ist. Ich kann nur hoffen, dass auch unterirdisch alles in Ordnung ist.  Die anderen kleinen Sturmschäden, wie abgeknickte Gräser und umgefallene Iris habe ich längst beseitigt.

In den nächsten Tagen werden die Buddleien zurückgeschnitten, sowie ein Teil der großen Gräser die in die Knie gehen. Hortensien lasse ich so wie sie sind, die getrockneten Blütendolden entferne ich immer erst im Frühling, sie sind ein kleiner Schutz und darunter kann sich die neue Knospe ungestört entwickeln, man sieht sie dann beim Abschneiden der alte Blüte gut.

Der Rasen wird noch ein-zwei Mal gemäht, dann darf der Rasenmäher gewartet werden. Wenn Sie ein Bezinmäher haben, fahren sie ihn leer, damit er ohne Benzin im Tank überwintert, das erhöht die Lebensdauer. Gartenscheren und Spaten freuen sich nach beendeter Arbeit ( ist noch lange nicht so weit) über eine Abreibung mit einem Maschinenöl wie zum Beispiel Ballisto.

Gut ist auch sich allmählich Gedanken zu machen wie und welche Pflanzen einen Winterschutz brauchen und sich um Filzmatten oder Fliese zu kümmern.

September 2017

So schnell geht ein Sommer vorbei! Wahrscheinlich lag das an meinen anderen Tätigkeiten außerhalb des Gartens und auch im Garten: Der Umzug. Aber nun ist soweit alles geschafft, ich bin dabei mich einzugewöhnen.

Im Garten habe ich schon angefangen hier und da zu korrigieren. Hohe Fetthennen, die viel zu dicht an den Herbstastern sitzt, durften auf einen besseren Platz umziehen. Hibiskus und Perückenstrauch haben Gesellschaft bekommen.  Meine Goldspirea fühlte sich in der Nähe des alten Flieders nicht ganz wohl, brauchte etwas mehr Sonne, durfte zum umziehen. Sie kennen sich gut aus dem alten Garten, werden sicher gut miteinander auskommen.

Was jetzt vor allem ansteht, ist das Abschneiden: Verblühtes muss weg, Stauden, wie der Phlox der in diesem Jahr durch dieses wechselhafte Wetter arg vom Mehltau gebeutelt war, muss runter geschnitten werden. Sofort sieht das Beet freundlicher aus und die letzten Blüten wie die Herbsaster, die unermüdliche Gaura und der hohe Sedum kommen gut zur Geltung. Auch im gelben Beet ist noch viel Blüte zu sehen: Sonnenbraut, Rudbeckien, Bartblume und blühende Gräser machen gute Laune. Vom Arbeitszimmer habe ich einen wunderbaren Blick, direkt auf dieses sonnige Beet.

Die Hortensien sind weitgehend abgeblüht, einige schieben noch ein zwei Blütenbälle nach, auch Annabell leuchtet mit ihren weißen,  runden Blütenbällen. Und: Wer mein Gartentagebuch aufmerksam gelesen hat, weiß von den großen Sorgen, die mir die Umpflanzung der eichenblättrigen Hortensie gemacht hat. Nun, zu meiner großen Freude sieht es aus, als ob sie es geschafft hat, sich einzuleben. Sie ist wieder belaubt, hatte drei Blütendolden und das Laub färbt schön in Kupfer und Braun-Grün, ganz so wie sie es früher getan hat. Ich hoffe, dass der Winter nicht so hart wird, werde ihr etwas Schutz geben damit sie gut durchkommt. 

 August 2017

Der Umzug ist weitgehend geschafft, nun habe ich nur eine Adresse und einen Garten. Der steht zu meiner großen Freude auch in voller Blüte. Mein neu angelegtes „gelbes“ Beet hat sich gut entwickelt. Von meinem Arbeitszimmer aus habe ich wieder einen herrlichen Blick in den Garten, auch auf das Sommer bzw. Spätsommerbeet. Sonnenhut Sonnenröschen, Sonnenbraut , Bronzefenchel und Indianernessel leuchten im Hintergrund des Gartes vor der Thujahecke, werden nachmittags etwas vom  Süßkirschenbaum  beschattet.

Hortensien und Astilben genießen diesen wechselhaft-feuchten Sommer sehr! Die Hortensien blühen zwar nicht in den oberen Etagen der Pflanze, diese wurden durch den Spätfrost im April geschädigt, aber die Blätter sind groß und kräfig und weiter unten gibt es auch Blüten. Die Hortensie an der Nordseite des Hauses ist am besten weggekommen, sie hat den Umzug vor einem Jahr gut weggesteckt und blüht und gedeiht gut. Wie immer in feuchten Sommern haben die Schnecken ein gutes Leben. Vor allem Hosta haben darunter zu leiden. Ich streue mäßig Schneckenkorn, Ferramol, um die Pflanzen. Das hilft und hält den Schaden in Grenzen.

Im August werden die Rosen noch einmal gedüngt, damit das Holz ausreift und gestärkt in den Winter geht. Auch die Beete kann man noch einmal mit etwas Steinmehl und Hornmehl versorgen. Das stärkt die Pflanzen noch einmal, lässt ihnen dann Zeit in die Ruhe zu gehen. Doch davon wollen wir noch nichts hören. Die Tage draußen sind doch die schönsten Tage im Jahr, vor allem, wenn man auch abends draußen sitzen kann. Gegen die Mückenplage helfen verschiedene Produkte, die man unbedingt einsetzen sollte, denn in der Dämmerung tauchen ganze Geschwader der Blutsauger auf.

Iris ( hohe Bartiris)  habe ich auch umgepflanzt, weil die in der Ruhe sind und das jetzt gut vertragen. Auch wenn sie einige Zeit trocken liegen, das schadet nicht, man schneidet das Blatt zurück, pflanzt sie so, dass das Rhizom zu sehen ist, gießt gut an und wartet darauf, dass es der Pflanze gut geht.

Auf der IGA blühen die Stauden -und Gräserbeete, eine Freude entlang zu schlendern und sich das anzuschauen. Viele neue, überraschende Kombinationen sind dort zu sehen. Auch das umfangreiche Rahmenprogramm an Unterhaltung lässt sich sehen und spricht mit unterschiedlichen Veranstaltungen Jung und Alt an.

Wer erst nach 17.00 Uhr kommt, zahlt weniger Eintritt, steht alles auf der Website der IGA. Ein idealer Platz für einen Sundowner in das  Restaurant unterhalb des Wolkenhains, von der Terrasse hat man einen schönen, weiten Blick über das Gelände und in die Landschaft.

Juli 2017

Aufmerksame Leser werde es schon festgestellt haben: Ich bin im Verzug. Vielleicht hat Juni a noch ein wenig abgelenkt, aber nun ist es höchste Zeit, über den Juli zu berichten. Die Wetterlage lasse ich außen vor. Der Sommer könnte noch kommen. Phlox, Witwenblume, Santolina, Taglilien, Hosta, Akanthus und viele Blüten machen jetzt große Freude. Den letzjährig gepflanzten, weißen Phlox möchte ich besonders erwähnen: Phlox amplifolia „David“ ist prächtig gewachsen, duftet herrlich. Man schnuppert es im gesamten Garten. Aber auch die frisch vom heimischen Garten umgepflanzten Arten Uspech und Omega blühen. Noch verhalten, aber immerhin, sie zeigen mir, dass sie sich einleben.  Auch ein neunachbarschaftlich geschenkter Phlox namens Elfriede von Alhorn, mit einer kleineren, lila Blüte zeigt sich wüchsig und kräftig. Diese Versammlung der Phloxe macht viel Freude. Sicher werde ich Herbst nach neuen Sorten Ausschau halten, um diese Farb-und Duftsymphonie noch zu ergänzen. Ach ja, die Taglilien! Sie stehen in prächtigem Gelb, orange oder gelblichen Weiß da. Meine schöne rote Taglilie, dich im Überschwang des Staudenbeet-Auflösens  mit verschenkt habe, vermisse ich nun. Aber da ich ihren Namen weiß, kann ich im Herbst Ersatz besorgen. Und ich freue mich über alle Pflanzen, die auswandern durften und bei anderen Gartenmenschen ein gutes Zuhause gefunden haben.

Der Garten möchte gehackt werden, was ich tue, wenn ich zwischen IGA und Umzugs-und Renovierungschaos , etwas Zeit finde. Der Boden dankt es mir. Hier und da arbeite ich in den mageren Boden auch etwas Horn-und Steinmehl ein. Auch das wird offensichtlich von den Pflanzen dankbar angenommen. Im neuangelegten sogenannten gelben Beet, blühen einige übernommene Helianthus-Sorten, die neu erworbenen Sonnenbräute Rauchtopas und Indianersommer treiben kräftige Knospen, lassen hier und da schon Farbe ahnen. Die blauen, schmalen Blütenstände der Veronika ( Ehrenpreis) machen sich ebenfalls gut am neuen Platz. Selbst eine sehr vernachlässigte, panaschierte Bartblume ( Careopteris) hat sich in der Sonne prächtig erholt und setzt ebenfalls blaue Blüten an. Das Riesenchinaschilf im Gräserbeet erfüllt nun endlich seine Aufgabe: Sichtschutz zu bieten. Dort wo er sichtschützt, befindet sich der Eingang von freundlichen Nachbarn, doch Rückzug muss sein. Hinter einem raschelnde Gras ist es besonders hübsch. Im Augenblick komme ich so gut wie nicht dazu, mir die Liege dort hinzustellen, aber das wird sich Mitte August ändern. Vorher werde ich das August-Gartentagebuch schreiben. Versprochen !

Juni 2017 /  a 

Das muss ich zeigen: Meine große, schöne, englische Rose blüht in voller Pracht. Bienen und Hummeln besuchen sie fleißig. Da ich diesen Garten verlasse, ist es für mich das letzte Mal, dass ich dieses Wunder erleben darf. Sicher werden sich nach mir andere Menschen daran erfreuen. Ich genieße es mit allen Sinnen, bin so oft es geht, draußen.

Juni 2017 

Iris Proud Tradition

Das Frieren hatte ein Ende, dafür wurde es dann richtig warm, beinahe hochsommerlich. Am Ende dieser warmen Periode standen uns dann Gewitter, Schlagregen und Hagel ins Haus. Das Berliner Stadtgebiet war unterschiedlich betroffen, viel Wasser hatten alle bekommen, der Ostteil der Stadt bekam noch eine Extra-Portion Hagel ab. Meine Funkien, die so gut das Umpflanzen überstanden hatten, sahen und sehen noch immer aus, als hätte jemand auf die Blätter geschossen. Die meisten habe ich bis auf zwei, drei Blätter herunterschneiden müssen.  Meine kleine Bobbie, die ich aus einem Steckholz gezogen hatte, die gut anging, verlor ihren Haupttrieb. Ich kann nur hoffen, dass die Rose einen Seitentrieb bildet. Die Blätter haben sich inzwischen schon etwas aufgerichtet. Auch viele andere Stauden wurden regelrecht geköpft und von den Wassermassen niedergedrückt.

Nun aber zu den erfreulichen Dingen: Der Mai brachte auch viel Farbe in den Garten: Rhododendren und Azaleen blühen, Akeleien wuchsen zu stattlicher Größe heran und füllten die Lücken im lichten Schatten. Die Iris Sibirica eröffneten die Iris Saison, danach kam Kupferhammer und die hohen Bartiris in Blautönen blühen noch. Mary France, eine Sorte die 20 Jahre im Hauptstadtgarten lebte, habe ich umgepflanzt und auch im Osten wächst und blüht und duftet sie. Das ist eine große Freude!

Der noch spät umgepflanzte Hibiscus geht auch an und hat auch den Hagel einigermaßen überstanden. Besonders hübsch zeigen sich die Blütenansätze des Perückenstrauches. Das rote Laub sieht zusammen mit dem ebenfalls tiefroten, geschlitzten Laub des roten Holunders, zauberhaft aus.

Leider wird der Kirschbaum sehr von Krähen, Staren und Spatzen heimgesucht. Selbst wenn ich darunter stehe und in die Hände klatsche lassen sie sich kaum beeindrucken. Höchstens einen Meter fliegen sie höher, um dann weiter an den sich rötenden Kirschen zu erfreuen. Wir freuen uns nicht darüber. Ich sinne über Abwehrmaßnahmen nach. Alte CDs in den Baum hängen, mit einer Rassel schlagen? Am Freitag bin ich ihnen nachgestiegen, bin in den Baum geklettert. Das allerdings hat gewirkt, sie flogen erschrocken weg. Irgendwann musste ich ja wieder runter, sofort war der Kirschbaum wieder bevölkert, tja, was macht man da?

Im Garten arbeiten: Verblühtes abschneiden, den Rosen noch etwas Dünger verabreichen, abends wässern, den Boden lockern. Und sich über die Blütenpracht freuen.  Die hohen Bartiris brauchen Stützen, die Pfingstrosen auch. Sie fallen dann nicht so auseinander und machen eine gute Figur im Beet.

 

Tulpe: Francy Frills

 

 

Gehölz: Hartriegel „Spaethii“

 

 

 

Mai 2017

Was für den Garten und alle Grünanlagen in Berlin wunderbar ist, geht den meisten Menschen auf die Nerven. Immer nur kühl, oft windig immer nur Regen. Ja, es gibt einige Wolkenlücken und ja, die Luft ist frisch und gut. Trotzdem ist es viel zu kühl und ein bißchen Sonne wünschen wir uns alle. Soviel zum Beginn dieses „Wonnemonats“.

Aus dem Garten gibt es schöne und traurige Nachrichten. In den letzten Apriltagen gab es zwei kalte Nächte, die meinen frisch umgepflanzten und auch den alteingesessenen Hortensien sehr zu schaffen machten. Die neuen Blättchen und: viel schlimmer, die winzigen, schon angelegten Blütenstände sind  braun und unbrauchbar. Ich habe etwas zurückgeschnitten und hoffe auf Neuaustrieb. Auf Blüten kann ich wenig hoffen. Für Übermorgen sind schon wieder nur 2 ° in der Nacht angesagt, damit sind wir wiederum gefährlich nahe am Frost.

Doch die guten Nachrichten überwiegen, wie immer im Garten.  Die schmollende Goldberggras-Mutter von der ich im April berichtete, hat sich doch entschlossen zu treiben. Erst sah ich ein paar winzige, dünne, hellgrüne Halme. Dann sprossen mehr und mehr. Nun ist die Größe des Grases zu erahnen, allerdings immer noch sehr zart. Das Kind hat zwar nur 3-4 Triebe, aber  die sind kräftig und hellgrün, wie es sich gehört. Ich bin sicher, auch die Mutter wird mich bald mit vielen hellgrünen Blättern erfreuen.

Immer wieder überprüfe ich, ob meine Lieblinge den Wechsel gut überstanden haben. Die Funkien kommen alle! Auch die große Funkie „Sum and Substance“ (sollte man sich  merken), die ich in drei Teile geteilt habe, treibt kräftig durch. Zwei Gartenfreundinnen können sich nun auch freuen. Ich weiß wie rasch sie wächst, wie groß diese Sorte wird und wie duftend sie blüht. Außerdem verträgt diese Funkien- Sorte auch Sonne. Keine pralle Mittagssonne, aber sehr viel mehr als  Halbschatten.

Wer mein Gartentagebuch aufmerksam liest, dem werden meine Schwierigkeiten eine erwachsene eichenblättrige Hortensie umzupflanzen, nicht entgangen sein. Ich habe diese schmerzliche Erfahrung beschrieben und allen Gartenfreunden erzählt. Von der ehemals 2-3 m großen Pflanze, die mich jährlich mit riesigen, cremweißen Dolden beschenkte, sind vier ca. 50 cm hohe Triebe übrig geblieben. Und ich bin dankbar, dass sie es geschafft haben. Mein Versuch Stecklinge aus der Mutter zu ziehen, sieht nicht ganz erfolgreich aus. Noch stehen sie auf der Fensterbank. Erst wenn die Temperaturen nicht immer wieder in den Keller rauschen, werde ich sie draußen eingewöhnen und hoffen, dass die zarten Ansätze zu Blättern werden.

Was ist im Garten zu tun: Wer im April den Rasen noch nicht gedüngt hat, sollte es jetzt ganz dringend tun. Regen kommt genug, man muss nicht nachwässern. Jetzt wäre auch höchste Zeit die Hortensien und die Rhododendron zu düngen. Bei den Rhododendron empfiehlt sich eine Gabe Fetrilon. Das wirkt der Vergilbung, die durch Mangel entsteht, entgegen. Noch ein Tipp: Wegen Bauarbeiten im neuen Garten musste ein riesiger Rhododendron umgpflanzt werden. Dabei musste ich einige Seitentriebe einkürzen. Sie trugen fest geschlossene Knospen, die zu meiner Überraschung in der Vase sich vollkommen öffneten und nun sein über zwei Wochen das Zimmer schmücken. Also, an einer nicht so sichtbaren Stelle kann man ein Zweiglein abschneiden und ins Haus holen.

Wenn es das Wetter zulässt ist es gut, die Beete zu lockern, Unkraut, oder wie man jetzt sagt, Spontanvegetation, zu entfernen und um die Stauden eine Mischung aus Hornspänen und Steinmehl einzuarbeiten. Mineralien bekommen dem armen Berliner Boden besonders gut. Die Pflanzen werden kräftiger, blühen gut und sind widerstandsfähiger. Iris sind dankbar für Altus, das ist ein spezieller Iris-Dünger, den man im Gießwasser auflöst. Es lohnt sich, einmal eine Gabe und die Iris blühen gut wachsen kräftig und gesund.

Wer sich für Iris besonders interessiert, dem sei mein Kurs auf der IGA am 11. Juni um 15.00 Uhr  ans Herz gelegt. Ich konnte den Iris Experten Herrn Volker Klehm gewinnen, der um 15.Uhr im I-PUNKT Grün auf der IGA über diese herrlichen Gartenstauden sprechen wird. Ich werde ihn unter anderem befragen, was für den Gartenmenschen wichtig ist, wie man mit Iris umgeht, welche Sorten er besonders empfiehlt.

Ebenso erfreut bin ich, dass Frau Christina Tamberg und Herr Dr. Tomas Tamberg am 28. Juni um 15Uhr in den Kurs: Taglilien, unverzichtbar im Garten, kommen. Das Ehepaar ist vielfach für seine Züchterarbeit ausgezeichnet worden. Alle namhaften Staudengärtnereien führen ihre Züchtungen. An diesem Nachmittag wird es um Taglilien gehen, Sie werden viel Neues und Interessantes über diese so prächtige Staude hören.

 

April 2017

Das Wetter ist wechselhaft, so wie man den April kennt.  Für den Garten allerdings ist es gut: Umpflanzen und neu pflanzen gelingt gut, weil es noch nicht zu warm und noch nicht zu trocken ist. Die Stauden und Gräser erleben gerade einen Wachstumsschub, man kann förmlich zusehen wie alles sprießt und wächst. Gräser kann man jetzt gut teilen und neu einpflanzen, ebenso Hosta. Beherzt in der Mitte mit dem Spaten durchteilen, die Hälften wieder platzieren, den Pflanzen bekommt es gut, auch wenn es schwerfällt, so einen großen, eingewachsenen Wurzelballen durchzuteilen.  Wenn Sie  Ihr Beet pflegen und lockern möchten, seien Sie in den ersten Frühlingstagen ganz vorsichtig. Viele junge Pflänzchen  kommen nicht ganz an der Stelle, an der man sie vermutet, die Lilien schieben ihre Triebe aus der Erde, man sieht sie kaum. Da passiert es leicht, dass sie platt getreten werden. Ich suche seit Wochen die Triebe eines umgepflanzten Grases, eine Mutterpflanze und einen Ableger habe ich umziehen lassen. Die Mutter schmollt, das Kind treibt aus. Ich hoffe, sie überlegt sich das noch, kontrolliere fast täglich. Nun, da ist wieder die wichtigste Tugend des Gärtners gefragt: Geduld.

Andere, wichtige Arbeiten: Rasen kann gedüngt werden, sobald die Nachttemperaturen  verlässlich über + 5 °  liegen. Verfilztes kann abgeharkt werden, das belüftet den Rasen, sieht besser aus. Vertikutieren spare ich mir und das seit fast 30 Jahren. Moos wird vom Dünger vertrieben, gibt auf und wird von mir dann abgeharkt.

Hortensien können von den vorjährigen Blüten befreit werden. Achtung beim Schnitt. Genau hinschauen, wo die Knospen ansetzen, darüber schräg abschneiden. Hortensien blühen nicht, wenn man sie zu tief abschneidet. ((Manchmal, nach Frostschäden ist es richtig, man muss dann ein Jahr auf die Blüte verzichten)

Jetzt ist auch höchste Zeit den Kompost gesiebt auf den Beeten zu verteilen, wer es noch nicht getan hat, sollte das schleunigst tun. Auch die Gehölze freuen sich über eine Kompostgabe. Mit einem guten Kompost kann man nichts falsch machen. Iris, Lavendel und andere graulaubige Stauden bekommen eine dünne Schicht, die anderen Stauden eine etwas dickere. Wenn man man, kann man den Kompost ganz leicht einarbeiten, aber Vorsicht (siehe oben, Austriebe).

Ich hoffe, dass in jedem Garten Osterglocken blühen! Blattlauslöwen brauchen die gelbe Glocke als Unterschlupf bei Regen. Man sollte ihnen dieses Zimmer anbieten, denn sie und ihr Nachwuchs vertilgen Unmengen von Blattläusen, helfen uns Chemie zu sparen.

März 2017 

Es ist März und endlich kann es draußen wieder losgehen! Glücklicherweise ist der Frost aus dem Boden verschwunden und die Sonne, die sich nach scheinbar unendlichen, grauen Tagen zeigte, lockt die ersten grünen Triebe.

Schneeglöckchen klingeln in größeren Gruppen, die zarten, frühen Krokusse sind ebenfalls schon da. Und klar, die Winterlinge lachen uns gelb und fröhlich ins Gesicht. Winterlinge kann man ausgesprochen gut selbst vermehren: Man nimmt Samen von den Pflanzen ab, streut sie im frühen Herbst wieder aus. Vorher sollte man die Plastiktüte mit den kleinen schwarzen Samen für einen oder zwei Tage ins Gefrierfach des Kühlschranks legen. Winterlinge sind Kaltkeimer, finden das prima und wachsen dann gut.

Draußen sind nun alle Winterblüher zu sehen: Die Zaubernuss, sie blüht schon seit vielen Wochen, der Winterjasmin zeigt seine gelben Blüten, die oft mit Forsythien verwechselt werden, seit einigen Tagen ist auch der duftende Schneeball hinzugekommen! Diese Drei müssen in jeden Garten. Nichts tröstlicheres als Blüten im Winter oder im zeitigen Frühjahr, wenn der Garten noch grau und trist wirkt. Das sind die Signale zum Auftakt in die neue Gartenzeit!

Aber : Noch ist es zu früh, den Winterschutz von den empfindlichen Pflanzen zu nehmen, auch der Rosenschnitt sollte noch warten. Es dauert nicht mehr lange.