Gartentagebuch

monatlich das Neueste aus dem Garten

Mai und Juni 2026

Gärtner und Gärtnerinnen sollten nicht verreisen. Tun sie es dennoch braucht es freundliche und hilfsbereite Nachbarn, im Idealfall auch Gartenmenschen, die sich kümmern. Wir können uns glücklich schätzen solche zu haben. Im Wechsel betreuen wir bei Abwesenheit unsere Gärten. Das ist eine besonders wichtige Sache, so konnten wir fast 2 Wochen in Oberitalien weilen.

Nun aber zum heimischen Garten! So, wie es im Mai sein soll, blüht der Garten, gibt alles. Einige der Pflanzen sind mit einer Art Virus befallen, der die Blätter verändert, auch Blattläuse arbeiten sich voran, der Zünsler war ebenfalls schon im Einsatz, das übliche im Frühling. In der überbordenden Blütenfülle fällt das nicht weiter auf, gehört zum Gartenleben dazu.

Die letzten Rhododenren blühen zur Zeit, werden bis Mitte Juni durchhalten. Danach werden alle gedüngt, damit sie Knospen für das nächste Jahr anlegen können. Wichtig ist, den Dünger gut einzuwässern und nur vorsichtig einzuarbeiten. Rhododenren gehören sicher zu den Pflanzen, die dem Klimawandel nicht standhalten, zumindest nicht in Berlin-Brandenburg, doch solange es ihnen gut geht, werden sie bei mir gepflegt. Es kommt sehr auf den Standort an. Ein Exemplar was seit 30 Jahren an der Nordseite des Hauses wächst, gedeiht und blüht prächtig, auch ein Rhodo, der wegen des Anbaus 2017 umgepflanzt werden musste, genießt den lichten Schatten unter dem Kirschbaum. Andere, die zu nahe an einer Fichte und zu sehr in der Sonne wuschsen, wurden trotz Pflege immer weniger, wir haben sie herausgenommen. Stauden schmücken nun diesen Platz, was viel passender ist.

Jetzt blühen die Pfingstrosen. Die Sorte der Paeoia lactiflora ‘Rasperry Sundae’, wächst bei mir seit ca. 20 Jahren, hat auch einen Umzug wunderbar überstanden. Die Pflanze blüht so üppig, dass ich ohne Probleme einen Strauß für die Vase schneiden kann, die Blüten halten lange und duften ganz zart.

Rasberry Sundae

Wer gengau hinschaut, sieht den zartrosa Rand dann die sahnig-gelben Blütenblätter in der Mitte, die mit der Zeit immer heller werden.

In der Nachbarschaft der obengenannte steht auch ‘Krinkled White’, eine asiatische Pfingsstrose, offenschalig, Pfingsrose mit einer dottergelben Blütenmitte. Abends schließen sich die Blätter, um am anderen Morgen sich wieder strahlend zu öffnen.

Paeonia lactiflora ‘Krinkled White’

Fortsetzung:

Leider mussten die Gartenthemen ein wenig warten, aber abgesehen von der Hitze, die eine Arbeit draußen nahezu unmöglich macht, ist wieder alles in Ordnung. Großes Thema: Das Gießen, die Bewässerung, wie bringe ich den Garten durch solche heißen Zeiten.

In Berlin und Brandenburg ist der Boden, bis auf einige Lehmlinsen, überwiegend leicht und sandig. Infolgedessen kann der Boden die Feuchtigkeit wenig oder fast nicht halten, es muss regelmäßig Wasser zugeführt werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Den Boden verbessern und/oder Pflanzen auswählen, die mit dem leichten Boden zurecht kommen.

Das hört sich einfach an, ist es in der Praxis aber nicht. Jeder, der einen Garten sein eigen nennt, hat gewisse Vorlieben und sein Garten bietet bestimmte Bedingungen. Wer also in Hortensien verliebt ist, dem wird nichts anderes übrig bleiben, als den mageren Boden mit Lehm und Kompost anzureichern, damit das Wasser länger im Boden vebleibt. Hortensien werden nicht ohne Grund Wasserschlürferin genannt. Wer es selbstverständlich empfindet, dass in seinem Garten auch Astilben gedeihen, der muss wie oben verfahren, und viel gießen.

Wer nichts mit dem Boden unternehmen will oder kann, der sucht sich passende Pflanzen aus: Für vollsonige, eher magere Lagen ist zum Beispiel Lavendel eine gute Wahl. Wollziest (Stachys) Walzenwolfsmilch (Euphorbia myrsinites), Mauerpfeffer (Sedum) Hornkraut (Cerastium tomentosum) und mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Currykraut, Thymian, eignen sich sehr gut für trockene warme Pflanzplätze mit magerem Boden. Hier nenne ich nur einige, die Auswahl ist sehr groß, die Vorlieben der Gärtnerinnen und Gärtner ebenso.

Wer etwas in den Boden investiert, also den Boden verbessert, der kann auf eine größere Auswahl zurückgreifen. Das gesamte Angebot an Taglilien (Hemerocallis) Astern, (Aster) Pfingstrosen, (Paeonia) Frauenmantel Alchemilla mollis und Storchschnabel (Geranium) stehen dann zur Verfügung.

Und ja, bei diesen Temperaturen, wie wir sie ab der zweiten Junihälfte nun bekommen haben, brauchen sogar die Iris ab und zu Wasser. Normalerweise kommen die hohen Bartiris gut mit den normalen Niederschlägen zurecht, nicht bei diesen Temperaturen.

Eine Verbesserung des Bodens ist immer hilfreich. In erster Linie durch Kompostgaben, oder durch partielle Verbesserung mit lehmig-tonigen Oberboden. Das gilt vor allem für die oben genannten Hortensien.

Ein weiteres, gutes Mittel gegen die Verdunstung ist dichtes Pflanzen. Das erfordert ein wachsames Auge, ob die Stauden auch gut miteinander auskommen, oft ist eine Art wüchsiger als die andere und übernimmt einach ihrem Platz. Dicht bepflanzte Beete lassen das Unkraut nicht aufkommen, oder zumindest weniger.

Als letzten Hinweis führe ich hier noch das Gieß-Management an.

In diesen heißen Perioden sollte man nicht über die Blätter das Wasser zuführen, also möglichst nicht über den Regner, sondern mit dem Gießstab, Wasserspritzen oder Wasserbrausen in den Wurzelbereich. Weniger Wasser verdunstet und die Pflanze bekommt dort das Wasser, wo sie es braucht.

Das ist etwas aufwendiger, die Gießstäbe sind als Verlängerung sehr hilfreich und nützlich, man kann die Stärke des Wasserstrahls einstellen.

Nicht vergessen sollte man die Immergrünen, wie Thuja, Wachholder, Eibe, Fichten – sie brauchen auch Wasser um die enorme Verdunstung auszugleichen. Bei größeren Gehölzen lege ich den Schlauch 20-30 Minuten in den Wurzelbereich, das einmal pro Woche, so kommen sie durch bis der nächste Regen kommt.

April 2026

Ab Morgen ist es soweit! Da ist er wieder, der April und macht genau, was er soll, er ist unbeständig. Regen könnte er sehr gerne mitbringen vor allem nach Berlin und Brandenburg. Nein, nicht über Ostern, ich möchte niemandem die Feiertage vermiesen, doch die Natur braucht vor allem in der Wachstumszeit Wasser.

Im Garten blüht nun doch schon einiges. Die Frostschäden haben sich in Grenzen gehalten, zumindest bei den Pflanzen, die schon wieder sichtbar sind. Mein kriechender Rosmarin hat einige braune Stellen, wir dieser Tage kräftig zurück geschnitten. Überhaupt: Die Schere ist wieder viel im Einsatz. Was ist nicht alles abzuschneiden! All die trockenen Stauden, die im Winter das Beet noch belebt haben, müssen jetzt dem frischen Grün der Neuaustriebe weichen. Und was nicht alles kommt. Mehr Winterlinge im Staudenbeet, als mir lieb ist, sie werden, wo es möglich ist, ausgegraben und umgepflanzt. An den Gehölzstreifen finden sie einen viel besseren Platz und so hoffe ich, vermehren sich dort.

Es lohnt sich immer wieder darüber nachzudenken, wo die Frühjahrsblüher stehen sollen. Wenn möglich, dann in der Nähe der Eingangstür, auf dem Weg zum Müllplatz oder zu Garage oder Stellplatz. Es erheitert das Gemüt, wenn Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und später auch Blausternchen den Blick auf sich ziehen.

Schneeglöckchen Flore Pleno

Als Dauerbrenner in dieser Vorfrühlings-und Frühlingszeit kann man die Lenzrosen, Christrosen oder Schneerosen bezeichnen. Sie lieben lichtschattige Standorte, ist der Boden leicht sauer, wird das ebenso toleriert, wie ein normaler Gartenboden. Will man dauerhaft Freude an den Stauden haben, dann sollte man sie gut mit Dünger versorgen. Im zeitigen Frühling (das ist vorbei) und dann noch einmal nach der Blüte, damit die Pflanze die Nährstoffe speichern kann.

Bekommt man im Winter einen großen Topf mit blühenden Lenzrosen geschenkt, dann ist die Freude groß und man lässt sie im Zimmer, bis sie abgeblüht ist. Nach Wochen wandert sie in den Garten. Wer nun vergisst sie wirklich regelmäßig und kräftig zu düngen, der erlebt, dass aus der hochgezüchteten Pflanze im darauffolgenden Jahr ein Kümmerling wird. Das kann unter Umständen sogar mit Düngung passieren. Aber Geduld, wird die Lenzrose gut versorgt, erholt sie sich wieder und passt sich an das Klima im Garten an, blüht im nächsten oder übernächsten Jahr wieder gut. Bleibt die Pflege, wird die Blüte üppiger. Lenzrosen sind wirkliche Dauerblüher. Meist fangen sie im Dezember oder Januar an, (es hängt von der Temperatur ab) machen jetzt Anfang April immer noch eine beeindruckende Figur. Die großen Blätter schneide ich weg, dann kommen die Blüten besser zur Geltung. Die weiße Ice and Roses hat ihren Platz direkt neben den Stufen zum Eingang, wird immer wieder beachtet und bestaunt.

Lenzrose Ice and Roses

Lenzrose namenloses Geschenk in rosa

Lenzrose Winter-Angel

Was ist noch im Garten zu tun? Wer Kompost pflegt, der hat ihn wahrscheinlich schon ausgebracht, hier auf dem Grundstück haben wir 25 volle Schubkarren verteilt, (wer genaueres lesen will, auf facebook) https://www.facebook.com/ingridsgartenhaus/

Man kann dem Garten nichts Besseres antun, als ihn mit reifem Kompost zu versorgen, das gilt für leichte, wie für schwere Böden. Der Sandboden braucht Nährstoffe und Möglichkeiten das Regenwasser festzuhalten, der schwere Boden braucht Belüftung und Lockerung, damit keine Staunässe entsteht.

Wer noch tiefer eintauchen möchte: In meinem Buch Hauptstadtgarten wird alles ganz genau beschrieben. Und: Ich setze nie um, seit über 35 Jahre praktiziere ich diese Art des Kompostierens. Immer kommt gute, reife Erde heraus, ich bin mit der Kompostanlage (mit einem Teil des Inhalts) umgezogen.

Diese kleinen Narzissen bekommt man oft in Gestecken geschenkt, ausgepflanzt schmücken sie den Frühlingsgarten.

März 2026

Zaubernuss (Hamamelis)

Nach einem ungewohnt langen Winter steigen nun die Temperaturen. Die Zaubernuss, die zu den wichtigsten Winterblühern gehört, hat ungefähr vier Wochen Verspätung. Das bringt sie in den Genuss von Bienen besucht zu werden, die, wenn sie im Januar blüht, noch nicht fliegen.

Noch vor kurzer Zeit lag Schnee, oder festgetretene Schneereste, die Tage waren grau verhangen, feuchte Kälte machte den Aufenthalt im Garten und anderswo nicht angenehm.

Nun scheint alles vergessen. Kaum zwei Tage steigende Temparaturen, schon fliegen die Bienen, selbst eine Holzbiene habe ich schon gesichtet.

Also, nun ist es Zeit die Werkzeuge zu kontrollieren, dort wo die Frühjahrsblüher treiben, das Laub zu entfernen, damit der Boden sich erwärmen kann.

Um den Insekten noch Unterschlupf zu gewähren, sollte man immer noch an verschiednen Stellen im Garten das Laub oder den Winterschutz belassen. Es ist noch nicht sicher vorbei. Doch der Freude tut das keinen Abbruch. Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten.

Zeit ist auch, die Gräser zu teilen. Entweder sind sie zu groß geworden oder müssen aus gestalterischen Gründen umziehen. Dafür ist nun die richtige Zeit. Gräser kann man mit dem Spaten durchteilen, die einzelnen Stücke wachsen separat oder zusammen wieder gut an. Ein Rückschnitt vor dem Umpflanzen macht es leichter, gut angießen, nicht düngen, Gräser brauchen in der Regel nicht viel Dünger, eine spätere Kompostgabe reicht völlig aus.

Hecken uns Sträucher können jetzt auch geschnitten werden, bevor Vögel Nester bauen, sollte diese Arbeit abgeschlossen sein. Hecken und Sträucher freuen sich über eine kleine Düngergabe zum Start ins Frühjahr.

Winterlinge, die erste, kräftige Farbe im Garten.