Gartentagebuch

monatliche Nachrichten aus dem Garten

September und Oktober 2026

Dass das Jahr zum hin Herbst treibt, ist nicht zu übersehen. Die Gärtnerin hat viele andere Dinge, die getan werden müssen/sollen getan, deshalb erst jetzt Mitte September endlich ein neues Gartentagebuchblatt.

Rose ‘Compassion’

Es war heiß, in diesem Sommer, es hat zu wenig geregnet, aber alles in allem gingen sie gut vorbei, dieses Frühjahr und dieser Sommer, der ein schöner Sommer war. Mit vielen, warmen Abenden, die wir auf der Terrasse sitzen konnten, in den Garten schauten, Gespräche führten und ein Getränk zu uns nahmen. Auch kleinere Themen kamen auf den Tisch, wie zum Beispiel wann wir die Hecken schneiden oder den Zünsler bekämpfen sollten.

Die Natur selbst macht den Plan. Auf jeden Fall bei der Verhinderung des Buchsbaumzünslers. Sobald die Zünsler-Falter fliegen, kann man damit rechnen, dass 3-4 Wochen später Raupen aus dem Buchsbaum schauen. In diesem Jahr ist es etwas anders: Kaum habe ich Raupen entdeckt, sind die Falter schon wieder unterwegs. Sie sind kleiner und sie flogen schon in der frühen Dämmerung, nicht erst nach Sonnenuntergang. Insgesamt waren es auch weniger. Trotzdem musste ich zweimal mit der Spritze ausrücken, ob das alles für dieses Jahr war, kann ich nur hoffen. Immerhin haben die Buchse überlebt, seit 2017 (da war der erste, starke Befall ), kontrolliere ich regelmäßig, greife ein, wenn es nötig ist. in den ersten Jahren gab es bis zu vier Zyklen, in denen die Raupen schlüpften und fraßen, jetzt sind es drei, manchmal auch nur zwei. Dennoch muss man sehr wachsam sein.

Das Schneiden der Hecken oder einiger Sträucher habe ich zwischendurch erledigt. Sobald die Zeit des Vogelschutzes vorbei ist, kann man schneiden.

Vogelschutz, Nestschutz betrifft den Zeitraum März bis September. Das gilt aber nur für einen radikalen Rückschnitt, nicht den Formschnitt, oder sanften Rückschnitt, der darf immer durchgeführt werden. Warum nicht im Winter? In früheren Zeiten wurde behauptet, dass nur im Winter geschnitten werden darf, wenn kein Saft in den Zweigen ist. Stimmt nicht. Das wurde nur propagiert, damit die Gärtner auch im Winter etwas zu tun haben. Besser ist, einen Korrekturschnitt oder auch einen radikalen Rückschnitt durchzuführen, wenn das Gehölz Saft führt, die Wunden verschließen und neu austreiben kann. Inzwischen können die Gärtner oft bis in den Dezember arbeiten, so dass das kein Thema mehr ist.

Holzbiene auf Phlox

Holzbiene auf Winterjasmin

Der Garten brachten noch andere interessante Aspekte. Zu beobachten waren auch vermehrt Holzbienen, die als Bestäuber auftraten. Ebenso wie das große Heupferd, das sehr gerne an Taglilienblüten knabberte.

Großes Heupferd

Großes Heupferd

Großes Heupferd, farblich angepasst

Was war noch zu tun? Rosen sollten bis Ende August gedüngt sein, wer es nicht geschafft hat, kann es schleunigst nachholen, auch der Rasen freut sich über Futter, ein guter Dünger bringt ihn besser über den Winter. Die Nachttemperaturen liegen noch über 10°, der Langzeitdünger wird noch gut aufgenommen.

Rasen muss nicht englischer Rasen sein, bei uns im Garten leben allerhand andere Kräuter im Grün, lediglich der Löwenzahn wird ausgestochen, der Klee rechtzeitig abgemäht, damit er nicht über die Maßen aussamt. Das war es dann auch schon. Rasen schneidet man höchsten auf 4 cm ab, dann hält sich die Feuchtigkeit besser, die Gräser beschatten sich selbst, das Grün brennt nicht ab. Da kann ich gleich noch mit dem zweiten Märchen aufräumen: Manche Fachleute behaupteten, dass der Rasen verbrennt, gießt man ihn in der Mittagshitze. Das stimmt nicht. Man wässert um diese Zeit nicht, weil die Verdunstung zu groß ist, das meiste Naß dem Rasen nicht zugute kommt, aber Schaden macht es keinen. Falls es eine Ecke gibt, die so trocken ist, dass man sofort etwas tun möchte, man kann es.

Rasen wird nicht knapp gemäht

Nun zu den Blüten, die uns der Sommer schenkte. Im vorigen Tagebuchblatt habe ich ausgiebig über die Lilien berichtet.

Hier möchte ich noch einmal die herrliche, überbordende Fülle der Taglilien in Erinnerung rufen. Was war es eine Freude, jeden Morgen hinaus zu gehen und hunderte von abgeblühten Blüten abzuknipsen und zum Kompost zu tragen. Eine geradezu medidative Arbeit, die ich sehr liebe. Ich weiß, wie viele neue Blüten schon bereit stehen und erfreue mich an diesen dicken Stielen und die kräftigen Knospen. Taglilien (Hemerocallis) sind sehr pflegeleichte Stauden, gedeihen ohne große Pflege, wachsen zu kräftigen Pflanzen heran, blühen und erfreuen für Wochen.

Die Fotos sind im Juli in Falkenrehde entstanden, der Herr mit Hut ist Dr. Tomas Tamberg.

Hier in Berlin haben wir das Ehepaar Tamberg, international renomierte Züchter, die seit vielen Jahren eine Größe auf diesem Gebiet darstellen. Wer je im Züchtergarten in Falkenrehde war, weiß, wovon ich spreche. Jährlich zu den offenen Gärten im Juli öffnen sie das Taglilien -Refugium. Pflanzen können erworben oder bestellt werden. Tambergs betreiben auch eine Website, sie züchten ebenfalls Iris, beide Stauden zeigen sie auf ihrer Präsentation. https://tamberg.hier-im-netz.de/

Aster Veilchenkönigin zusammen mit Herbstanemonen

Einen Teil der Taglilien in meinem Garten

Nun folgt noch ein kleiner fotografischer Rundgang im Sommergarten, der die ganze Fülle eines kleinen Hausgartens zeigt. Wie schön, jeden Tag dort zu sein, zu pflegen, zu arbeiten und auch zu entspannen. Und neue Pläne zu machen. Denn im kommenden Jahr werde ich einige Pflanzen umziehen lassen, um die Pflege und das Wässern ökonomischer zu gestalten. Aber zuvor kommt noch die November und Dezember-Ausgabe des Gartentagebuches.

Die bezaubernde Blüte einer Funkie

Überdachter Sitzplatz mit Weintrauben

Weintraube der Sorte Regent

Blick in den Garten, Abendplatz

Zu guter Letzt:

Auf meiner facebook -Seite stelle ich wöchentlich Tipps und kleine Berichte ein: https://ingrid-gorr.de/gartentagebuch

Juli und August 2026

Der Sommer geht mit mehreren heißen Wellen über uns hinweg. Trotz einiger Gewitter fehlt insgesamt Regen, vor allem das trockene Frühjahr ist für manche Pflanzen problematisch, wenn man nicht hilft.

Im eigenen Garten wird jeder das Richtige tun, um seine Lieblinge auch durch schwierige Zeiten zu bringen.

Doch nach und nach muss man feststellen, dass nicht alle Pflanzen an ihren Standorten mit der öfter wiederkehrenden Hitze und der sehr geringen Luftfeuchtigkeit zurecht kommen. Das gilt in erster Linie für Berlin und Brandenburg, aber ebenso für alle trockenen Gebiete in Mitteleuropa, die einen leichten Boden haben.

Im Garten hilft oft ein Ortswechsel. Die meisten Stauden, davon ist hier überwiegend die Rede, ziehen gerne um. Ausnahmen sind die Pfingstrosen, die den Platz nicht gerne wechseln, meist einige Jahre nicht blühen, bis sie sich an den neuen Standort gewöhnt haben.

Gewinner oder besser gesagt, gut angepasst dagegen sind Lilien. Die Zwiebeln benötigen einen lockeren Boden, gutes Futter und je nach Sorte volle Sonne oder lichten Schatten. Da sie mit der Zeit immer tiefer in die Erde wandern, macht ihnen temporäre Trockenheit nichts aus. Sie speichern die Nährstoffe in ihren Zwiebeln, (Bulbus) mit kräfitgen Wurzeln versorgen sie sich, um dann prächtige Blüten hervorzubringen.

Lilien wurden schon in frühester Zeit kultiviert. Die Sumerer haben vor 5000 Jahren auf Tontäfelchen erste Kunde von Lilienfeldern um die altpersische Stadt Susa Susa gegeben. In Kreta zieren Wandmalelreien von Lilium Candidum, der Madonnenlilie, die damals sicher noch nicht diesen Namen hatte, die Paläste.

Edel und schön zieren sie auch unsere Gärten, sind nicht anspruchsvoll, wenn man bei der Pflanzung sorgfältig vorgeht. Alles Düngen und Pflegen hilft nichts, wenn die Lilie nicht ausreichend Platz hat, oder im schweren Boden unter Staunässe leidet.

Lilien (Lilium regale)

Lilie Conca D’or

Lilienzwiebel der Conca D’or

Lilie mit guten Wurzeln, die ausgebreitet werden müssen, daher das große Pflanzloch.

Lilien benötigen Platz, damit sie ihre Wurzeln ausbilden und ausstrecken können. Ein ausreichend großes und tiefes Pflanzloch muss ausgehoben werden. Für eine Lilie benötigt man ein ca. 40×40 cm, das 25-30 cm tief ausgehoben wird. Den Aushub vermischt man 1:1 mit Kompost, bei schweren Böden gilt 1/3 Erde, 1/3 Kompost, 1/3 Sand.

Die Zwiebel wird 3x so tief eingepflanzt, wie ihr Durchmesser ist. Eine große Lilienzwiebel muss ca. 25-30 cm in den Boden. Diese Faustregel gilt auch für Tulpenzwiebeln.

Lilien tolerieren viel, nicht aber Staunässe, wie sie bei schweren, lehmigen Böden entstehen kann. Das ist unbedingt zu vermeiden.

Der gemischte Boden wird wieder in das Pflanzloch eingebracht, zur Hälfte eingefüllt, darauf die Zwiebel der Lilie darauf ausgebreitet und gut angedrückt. Der Kontakt der Wurzeln zum Erdreich muss gegeben sein. Danach wird das Pflanzloch mit der restlichen Erdmischung aufgefüllt und angedrückt und gut gewässert.

Lilie, Lilium Conca D’or

Lilien benötigen im zeitigen Frühjahr und nach dem Abblühen einen Dünger, möglichst einen Spezialdünger wie zum Beispiel Altus der Firma Hoch. Aber auch andere Firmen bieten spezielle Dünger für Zwiebelpflanzen an. Wichtig ist, dass die Lilie nach dem Abblühen genug in der Zwiebel für das kommende Jahr speichern kann.

Lilien brauchen nicht viel Wasser, beim Austrieb etwas, wenn der Regen ausbleibt, im Sommer wenig. Sie füllen nach dem Frühsommerflor zuverlässig die Lücken im Garten, die entstehen, bis der Phlox blüht.

Für den naturnahen Garten bieten sich die Martagon -Lilien an, die auch im lichten Schatten zurecht kommen und mit ihren kleineren, aufgebogenen Blüten besonders gut passen. Besonders zu empfehlen ist ‘Black Beauty’, die ausgewachsen auf 150 cm kommt, reich verzweigt blüht. Auch die Martagon Lilie ‘Peppard Gold’ macht sich sehr gut am Gehölzrand oder im Beet. Das sind nur zwei Beispiele von vielen, der eigenen Vorliebe sind kaum Grenzen gesetzt.

Lilie Black Beauty

Lilie Red Life

Lilie (Lilium regale album)

Lilie Black Beauty

Lilie Scheherazade

Fortsetzung folgt, mit anderen gut geeigneten Pflanzen.

Mai und Juni 2026

Gärtner und Gärtnerinnen sollten nicht verreisen. Tun sie es dennoch braucht es freundliche und hilfsbereite Nachbarn, im Idealfall auch Gartenmenschen, die sich kümmern. Wir können uns glücklich schätzen solche zu haben. Im Wechsel betreuen wir bei Abwesenheit unsere Gärten. Das ist eine besonders wichtige Sache, so konnten wir fast 2 Wochen in Oberitalien weilen.

Nun aber zum heimischen Garten! So, wie es im Mai sein soll, blüht der Garten, gibt alles. Einige der Pflanzen sind mit einer Art Virus befallen, der die Blätter verändert, auch Blattläuse arbeiten sich voran, der Zünsler war ebenfalls schon im Einsatz, das übliche im Frühling. In der überbordenden Blütenfülle fällt das nicht weiter auf, gehört zum Gartenleben dazu.

Die letzten Rhododenren blühen zur Zeit, werden bis Mitte Juni durchhalten. Danach werden alle gedüngt, damit sie Knospen für das nächste Jahr anlegen können. Wichtig ist, den Dünger gut einzuwässern und nur vorsichtig einzuarbeiten. Rhododenren gehören sicher zu den Pflanzen, die dem Klimawandel nicht standhalten, zumindest nicht in Berlin-Brandenburg, doch solange es ihnen gut geht, werden sie bei mir gepflegt. Es kommt sehr auf den Standort an. Ein Exemplar was seit 30 Jahren an der Nordseite des Hauses wächst, gedeiht und blüht prächtig, auch ein Rhodo, der wegen des Anbaus 2017 umgepflanzt werden musste, genießt den lichten Schatten unter dem Kirschbaum. Andere, die zu nahe an einer Fichte und zu sehr in der Sonne wuschsen, wurden trotz Pflege immer weniger, wir haben sie herausgenommen. Stauden schmücken nun diesen Platz, was viel passender ist.

Jetzt blühen die Pfingstrosen. Die Sorte der Paeoia lactiflora ‘Rasperry Sundae’, wächst bei mir seit ca. 20 Jahren, hat auch einen Umzug wunderbar überstanden. Die Pflanze blüht so üppig, dass ich ohne Probleme einen Strauß für die Vase schneiden kann, die Blüten halten lange und duften ganz zart.

Rasberry Sundae

Wer gengau hinschaut, sieht den zartrosa Rand dann die sahnig-gelben Blütenblätter in der Mitte, die mit der Zeit immer heller werden.

In der Nachbarschaft der obengenannte steht auch ‘Krinkled White’, eine asiatische Pfingsstrose, offenschalig, Pfingsrose mit einer dottergelben Blütenmitte. Abends schließen sich die Blätter, um am anderen Morgen sich wieder strahlend zu öffnen.

Paeonia lactiflora ‘Krinkled White’

Fortsetzung:

Leider mussten die Gartenthemen ein wenig warten, aber abgesehen von der Hitze, die eine Arbeit draußen nahezu unmöglich macht, ist wieder alles in Ordnung. Großes Thema: Das Gießen, die Bewässerung, wie bringe ich den Garten durch solche heißen Zeiten.

In Berlin und Brandenburg ist der Boden, bis auf einige Lehmlinsen, überwiegend leicht und sandig. Infolgedessen kann der Boden die Feuchtigkeit wenig oder fast nicht halten, es muss regelmäßig Wasser zugeführt werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Den Boden verbessern und/oder Pflanzen auswählen, die mit dem leichten Boden zurecht kommen.

Das hört sich einfach an, ist es in der Praxis aber nicht. Jeder, der einen Garten sein eigen nennt, hat gewisse Vorlieben und sein Garten bietet bestimmte Bedingungen. Wer also in Hortensien verliebt ist, dem wird nichts anderes übrig bleiben, als den mageren Boden mit Lehm und Kompost anzureichern, damit das Wasser länger im Boden vebleibt. Hortensien werden nicht ohne Grund Wasserschlürferin genannt. Wer es selbstverständlich empfindet, dass in seinem Garten auch Astilben gedeihen, der muss wie oben verfahren, und viel gießen.

Wer nichts mit dem Boden unternehmen will oder kann, der sucht sich passende Pflanzen aus: Für vollsonige, eher magere Lagen ist zum Beispiel Lavendel eine gute Wahl. Wollziest (Stachys) Walzenwolfsmilch (Euphorbia myrsinites), Mauerpfeffer (Sedum) Hornkraut (Cerastium tomentosum) und mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Currykraut, Thymian, eignen sich sehr gut für trockene warme Pflanzplätze mit magerem Boden. Hier nenne ich nur einige, die Auswahl ist sehr groß, die Vorlieben der Gärtnerinnen und Gärtner ebenso.

Wer etwas in den Boden investiert, also den Boden verbessert, der kann auf eine größere Auswahl zurückgreifen. Das gesamte Angebot an Taglilien (Hemerocallis) Astern, (Aster) Pfingstrosen, (Paeonia) Frauenmantel Alchemilla mollis und Storchschnabel (Geranium) stehen dann zur Verfügung.

Und ja, bei diesen Temperaturen, wie wir sie ab der zweiten Junihälfte nun bekommen haben, brauchen sogar die Iris ab und zu Wasser. Normalerweise kommen die hohen Bartiris gut mit den normalen Niederschlägen zurecht, nicht bei diesen Temperaturen.

Eine Verbesserung des Bodens ist immer hilfreich. In erster Linie durch Kompostgaben, oder durch partielle Verbesserung mit lehmig-tonigen Oberboden. Das gilt vor allem für die oben genannten Hortensien.

Ein weiteres, gutes Mittel gegen die Verdunstung ist dichtes Pflanzen. Das erfordert ein wachsames Auge, ob die Stauden auch gut miteinander auskommen, oft ist eine Art wüchsiger als die andere und übernimmt einach ihrem Platz. Dicht bepflanzte Beete lassen das Unkraut nicht aufkommen, oder zumindest weniger.

Als letzten Hinweis führe ich hier noch das Gieß-Management an.

In diesen heißen Perioden sollte man nicht über die Blätter das Wasser zuführen, also möglichst nicht über den Regner, sondern mit dem Gießstab, Wasserspritzen oder Wasserbrausen in den Wurzelbereich. Weniger Wasser verdunstet und die Pflanze bekommt dort das Wasser, wo sie es braucht.

Das ist etwas aufwendiger, die Gießstäbe sind als Verlängerung sehr hilfreich und nützlich, man kann die Stärke des Wasserstrahls einstellen.

Nicht vergessen sollte man die Immergrünen, wie Thuja, Wachholder, Eibe, Fichten – sie brauchen auch Wasser um die enorme Verdunstung auszugleichen. Bei größeren Gehölzen lege ich den Schlauch 20-30 Minuten in den Wurzelbereich, das einmal pro Woche, so kommen sie durch bis der nächste Regen kommt.

April 2026

Ab Morgen ist es soweit! Da ist er wieder, der April und macht genau, was er soll, er ist unbeständig. Regen könnte er sehr gerne mitbringen vor allem nach Berlin und Brandenburg. Nein, nicht über Ostern, ich möchte niemandem die Feiertage vermiesen, doch die Natur braucht vor allem in der Wachstumszeit Wasser.

Im Garten blüht nun doch schon einiges. Die Frostschäden haben sich in Grenzen gehalten, zumindest bei den Pflanzen, die schon wieder sichtbar sind. Mein kriechender Rosmarin hat einige braune Stellen, wir dieser Tage kräftig zurück geschnitten. Überhaupt: Die Schere ist wieder viel im Einsatz. Was ist nicht alles abzuschneiden! All die trockenen Stauden, die im Winter das Beet noch belebt haben, müssen jetzt dem frischen Grün der Neuaustriebe weichen. Und was nicht alles kommt. Mehr Winterlinge im Staudenbeet, als mir lieb ist, sie werden, wo es möglich ist, ausgegraben und umgepflanzt. An den Gehölzstreifen finden sie einen viel besseren Platz und so hoffe ich, vermehren sich dort.

Es lohnt sich immer wieder darüber nachzudenken, wo die Frühjahrsblüher stehen sollen. Wenn möglich, dann in der Nähe der Eingangstür, auf dem Weg zum Müllplatz oder zu Garage oder Stellplatz. Es erheitert das Gemüt, wenn Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und später auch Blausternchen den Blick auf sich ziehen.

Schneeglöckchen Flore Pleno

Als Dauerbrenner in dieser Vorfrühlings-und Frühlingszeit kann man die Lenzrosen, Christrosen oder Schneerosen bezeichnen. Sie lieben lichtschattige Standorte, ist der Boden leicht sauer, wird das ebenso toleriert, wie ein normaler Gartenboden. Will man dauerhaft Freude an den Stauden haben, dann sollte man sie gut mit Dünger versorgen. Im zeitigen Frühling (das ist vorbei) und dann noch einmal nach der Blüte, damit die Pflanze die Nährstoffe speichern kann.

Bekommt man im Winter einen großen Topf mit blühenden Lenzrosen geschenkt, dann ist die Freude groß und man lässt sie im Zimmer, bis sie abgeblüht ist. Nach Wochen wandert sie in den Garten. Wer nun vergisst sie wirklich regelmäßig und kräftig zu düngen, der erlebt, dass aus der hochgezüchteten Pflanze im darauffolgenden Jahr ein Kümmerling wird. Das kann unter Umständen sogar mit Düngung passieren. Aber Geduld, wird die Lenzrose gut versorgt, erholt sie sich wieder und passt sich an das Klima im Garten an, blüht im nächsten oder übernächsten Jahr wieder gut. Bleibt die Pflege, wird die Blüte üppiger. Lenzrosen sind wirkliche Dauerblüher. Meist fangen sie im Dezember oder Januar an, (es hängt von der Temperatur ab) machen jetzt Anfang April immer noch eine beeindruckende Figur. Die großen Blätter schneide ich weg, dann kommen die Blüten besser zur Geltung. Die weiße Ice and Roses hat ihren Platz direkt neben den Stufen zum Eingang, wird immer wieder beachtet und bestaunt.

Lenzrose Ice and Roses

Lenzrose namenloses Geschenk in rosa

Lenzrose Winter-Angel

Was ist noch im Garten zu tun? Wer Kompost pflegt, der hat ihn wahrscheinlich schon ausgebracht, hier auf dem Grundstück haben wir 25 volle Schubkarren verteilt, (wer genaueres lesen will, auf facebook) https://www.facebook.com/ingridsgartenhaus/

Man kann dem Garten nichts Besseres antun, als ihn mit reifem Kompost zu versorgen, das gilt für leichte, wie für schwere Böden. Der Sandboden braucht Nährstoffe und Möglichkeiten das Regenwasser festzuhalten, der schwere Boden braucht Belüftung und Lockerung, damit keine Staunässe entsteht.

Wer noch tiefer eintauchen möchte: In meinem Buch Hauptstadtgarten wird alles ganz genau beschrieben. Und: Ich setze nie um, seit über 35 Jahre praktiziere ich diese Art des Kompostierens. Immer kommt gute, reife Erde heraus, ich bin mit der Kompostanlage (mit einem Teil des Inhalts) umgezogen.

Diese kleinen Narzissen bekommt man oft in Gestecken geschenkt, ausgepflanzt schmücken sie den Frühlingsgarten.

März 2026

Zaubernuss (Hamamelis)

Nach einem ungewohnt langen Winter steigen nun die Temperaturen. Die Zaubernuss, die zu den wichtigsten Winterblühern gehört, hat ungefähr vier Wochen Verspätung. Das bringt sie in den Genuss von Bienen besucht zu werden, die, wenn sie im Januar blüht, noch nicht fliegen.

Noch vor kurzer Zeit lag Schnee, oder festgetretene Schneereste, die Tage waren grau verhangen, feuchte Kälte machte den Aufenthalt im Garten und anderswo nicht angenehm.

Nun scheint alles vergessen. Kaum zwei Tage steigende Temparaturen, schon fliegen die Bienen, selbst eine Holzbiene habe ich schon gesichtet.

Also, nun ist es Zeit die Werkzeuge zu kontrollieren, dort wo die Frühjahrsblüher treiben, das Laub zu entfernen, damit der Boden sich erwärmen kann.

Um den Insekten noch Unterschlupf zu gewähren, sollte man immer noch an verschiednen Stellen im Garten das Laub oder den Winterschutz belassen. Es ist noch nicht sicher vorbei. Doch der Freude tut das keinen Abbruch. Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten.

Zeit ist auch, die Gräser zu teilen. Entweder sind sie zu groß geworden oder müssen aus gestalterischen Gründen umziehen. Dafür ist nun die richtige Zeit. Gräser kann man mit dem Spaten durchteilen, die einzelnen Stücke wachsen separat oder zusammen wieder gut an. Ein Rückschnitt vor dem Umpflanzen macht es leichter, gut angießen, nicht düngen, Gräser brauchen in der Regel nicht viel Dünger, eine spätere Kompostgabe reicht völlig aus.

Hecken uns Sträucher können jetzt auch geschnitten werden, bevor Vögel Nester bauen, sollte diese Arbeit abgeschlossen sein. Hecken und Sträucher freuen sich über eine kleine Düngergabe zum Start ins Frühjahr.

Winterlinge, die erste, kräftige Farbe im Garten.