{"id":63,"date":"2026-03-12T19:10:14","date_gmt":"2026-03-12T19:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/?page_id=63"},"modified":"2026-03-12T19:10:14","modified_gmt":"2026-03-12T19:10:14","slug":"texte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/?page_id=63","title":{"rendered":"Texte"},"content":{"rendered":"\n<p>Gedichte <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">das dunkel der scheunen<\/h3>\n\n\n\n<p>tief und feucht und k\u00fchl<\/p>\n\n\n\n<p>der vorhof zu etwas anderem<\/p>\n\n\n\n<p>zu ernsthafter arbeit zum schweigen zum geheimnis<\/p>\n\n\n\n<p>immer aus dem halbdunkel.<\/p>\n\n\n\n<p>hier stand eine t\u00fcr offen<\/p>\n\n\n\n<p>schattiges d\u00e4mmriges eintreten oder nur hineindenken<\/p>\n\n\n\n<p>heute an der stra\u00dfe an einem verregneten st\u00fcrmischen tag<\/p>\n\n\n\n<p>der seltsam warm im januar daherkam<\/p>\n\n\n\n<p>zog diese offene scheune meine gedanken auf sich<\/p>\n\n\n\n<p>der rissige lehmboden in der ecke<\/p>\n\n\n\n<p>schemenhaft eine dreschmaschine<\/p>\n\n\n\n<p>rechen an den w\u00e4nden bindeb\u00e4nder auf der erde<\/p>\n\n\n\n<p>durch spalte zwischen den brettern<\/p>\n\n\n\n<p>traute sich kaum licht<\/p>\n\n\n\n<p>ein tiefer rauer schatten der in der erinnerung wohnte<\/p>\n\n\n\n<p>ein geruch von maschinen\u00f6l feuchtem holz geschnitzelten r\u00fcben<\/p>\n\n\n\n<p>der nur hier existiert<\/p>\n\n\n\n<p>das tor zu etwas anderem<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>dresden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>gestanzt aus reflexen<\/p>\n\n\n\n<p>scharfe konturen gegen das Leuchten<\/p>\n\n\n\n<p>\u00fcber dem flachen bogen der elbe<\/p>\n\n\n\n<p>schmiegt sich canaletto ins gegenlicht<\/p>\n\n\n\n<p>auf kuppeln und t\u00fcrmen spricht gold<\/p>\n\n\n\n<p>widerschein des feuers einer nacht<\/p>\n\n\n\n<p>hinter dunklem metall gl\u00fcht sp\u00e4tes rot<\/p>\n\n\n\n<p>abend legt intarsien in kontrast<\/p>\n\n\n\n<p>rollt und windet sich der fluss<\/p>\n\n\n\n<p>wie eine graue schuppige schlange<\/p>\n\n\n\n<p>in weicher bewegung gegen den stein<\/p>\n\n\n\n<p>schraffiert die wellen<\/p>\n\n\n\n<p>im schatten der fundamente<\/p>\n\n\n\n<p>k\u00fchl kommt herbst den fluss herauf<\/p>\n\n\n\n<p>schneidet schwarze muster in weiden<\/p>\n\n\n\n<p>maskiert abbruch und zerfall<\/p>\n\n\n\n<p>silbergraue wirbel kr\u00e4useln gegen<\/p>\n\n\n\n<p>bogen und stein und breit und macht<\/p>\n\n\n\n<p>der k\u00f6nige von sachsen<\/p>\n\n\n\n<p>sanft gleichen schatten<\/p>\n\n\n\n<p>die ru\u00dffahnen des 13. februar aus<\/p>\n\n\n\n<p>auf der br\u00fccke die kinder<\/p>\n\n\n\n<p>rufen und winken<\/p>\n\n\n\n<p>dem schiff<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>verf\u00fchrung<\/p>\n\n\n\n<p>du<\/p>\n\n\n\n<p>komm in der nacht zu mir<\/p>\n\n\n\n<p>die haut<\/p>\n\n\n\n<p>noch warm vom tag<\/p>\n\n\n\n<p>h\u00f6rst du<\/p>\n\n\n\n<p>das wei\u00dfe liliengest\u00f6hn<\/p>\n\n\n\n<p>dein fu\u00df darf nicht<\/p>\n\n\n\n<p>der birke wurzelwerk<\/p>\n\n\n\n<p>ber\u00fchren<\/p>\n\n\n\n<p>unten am weg<\/p>\n\n\n\n<p>wachen die rosen<\/p>\n\n\n\n<p>dich<\/p>\n\n\n\n<p>werden sie stechen<\/p>\n\n\n\n<p>f\u00fcr mich<\/p>\n\n\n\n<p>verstr\u00f6men sie blut<\/p>\n\n\n\n<p>ich<\/p>\n\n\n\n<p>warte dort am stein<\/p>\n\n\n\n<p>komm \u00fcberlass dich mir<\/p>\n\n\n\n<p>nimm das gift<\/p>\n\n\n\n<p>ich will dich f\u00fchren<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sei mein stilles Wei\u00df am Morgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>wach frisch und sch\u00f6n<\/p>\n\n\n\n<p>Versprich mir eine moosige Lichtung<\/p>\n\n\n\n<p>dazu handfeste Tage in die Faust gelacht<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Himbeerschlag an der Felswand, \u00fcberraschend s\u00fc\u00df<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbe Nachsicht, keine biblische Rache, soll nur das Auge den Fisch<\/p>\n\n\n\n<p>verfolgen im klaren Wasser, nicht fangen nicht morden<\/p>\n\n\n\n<p>wirst mein Ankommen erwarten, achten, dass niemand mehr<\/p>\n\n\n\n<p>die Karten vertauscht, das Licht wieder verdunkelt<\/p>\n\n\n\n<p>Sei mein Anker im Vorw\u00e4rts der Zeit, im Umbl\u00e4ttern<\/p>\n\n\n\n<p>der raschelnden Zeitung, hingeworfen in der Drehung<\/p>\n\n\n\n<p>des Kopfes nach dem Telefon, den Fragen nach Bef\u00fcrchtetem<\/p>\n\n\n\n<p>Sag mir, dass es weiter geht, obwohl ich nicht gewonnen habe<\/p>\n\n\n\n<p>Du solltest mir best\u00e4tigen, ein Nicken reicht, ein entschlossener Atem<\/p>\n\n\n\n<p>sch\u00f6pfe ihn aus fr\u00fchem Licht, nur f\u00fcr mich. Wei\u00df und sch\u00f6n<\/p>\n\n\n\n<p>leuchten deine Augen, strahlen aus<\/p>\n\n\n\n<p>dem Schlagschatten vor der Haust\u00fcr, der die Stufen hinab und hinauf<\/p>\n\n\n\n<p>wandert, seine G\u00fcltigkeit mit dem Lauf der Sonne besiegelt<\/p>\n\n\n\n<p>Halte den Zweifel von mir fern, verwische den Fu\u00dfabdruck<\/p>\n\n\n\n<p>im frischen Schnee, es wird keine M\u00fche machen<\/p>\n\n\n\n<p>Sag es mir ohne Umschweife am Morgen, in die offene Hand<\/p>\n\n\n\n<p>\u00fcber die geb\u00fcndelten Jahrestage hinweg, so \u00f6ffne den Mund<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen k\u00f6nnten wir es behaupten, sie werden es sicher anerkennen<\/p>\n\n\n\n<p>dein wei\u00dfes Schweigen als Einverst\u00e4ndnis nehmen<\/p>\n\n\n\n<p>Tagesgewinner<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4rmst mich mit unb\u00e4ndigem<\/p>\n\n\n\n<p>Lachen, meinem Z\u00f6gern geschmeichelt<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Mund und mein rascher Atem<\/p>\n\n\n\n<p>schmelzen unsere Vorsicht ein<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Achselh\u00f6hlen sind Nistpl\u00e4tze<\/p>\n\n\n\n<p>unserer Geheimnisse, verborgen<\/p>\n\n\n\n<p>weiche W\u00f6lbung der W\u00fcnsche<\/p>\n\n\n\n<p>An meiner Haut rei\u00dft du dein Feuer an<\/p>\n\n\n\n<p>entriegeln wir unsere Sperrgebiete<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Lachen, das aus dir herausbricht<\/p>\n\n\n\n<p>spielt den Tag an die Wand<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>alle Gedichte sind ver\u00f6ffentlicht <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedichte das dunkel der scheunen tief und feucht und k\u00fchl der vorhof zu etwas anderem zu ernsthafter arbeit zum schweigen zum geheimnis immer aus dem halbdunkel. hier stand eine t\u00fcr offen schattiges d\u00e4mmriges eintreten oder nur hineindenken heute an der stra\u00dfe an einem verregneten st\u00fcrmischen tag der seltsam warm im januar daherkam zog diese offene [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-63","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/63","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/63\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64,"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/63\/revisions\/64"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ingrid-gorr.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}